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Eine Razzia im Bahnhofsviertel.

Konzertierte Aktion

Drogenszene in Frankfurt: Mehr Ordnung im Bahnhofsviertel

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Die Drogenszene im Frankfurter Bahnhofsviertel sorgt zunehmend für Streit und Probleme. Stadt und Polizei setzen daher jetzt auf eine konzertierte Aktion.

Mit einer konzertierten Aktion wollen die Einrichtungen der Frankfurter Drogenhilfe, das Ordnungsamt, die Stabsstelle Sauberes Frankfurt und die Polizei von Montag an dafür sorgen, dass sich die Situation rund um die Drogenszene im Bahnhofsviertel beruhigt. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) bestätigte der Frankfurter Rundschau auf Anfrage, dass sein Dezernat, das Ordnungsdezernat und das Polizeipräsidium an dem abgestimmten Vorgehen im Hintergrund schon seit längerem arbeiten. Nach FR-Informationen war eigentlich geplant, mit der Aktion ohne öffentliche Ankündigung zu beginnen.

Gesundheitsdezernent Majer sagte der FR, dass sich bereits seit Monaten Beschwerden von Anwohnern, Gewerbetreibenden und anderen Akteuren über die Lage im Bahnhofsviertel häuften. Auch aus der Drogenhilfe selbst sei zu hören, dass die Situation auf den Straßen immer schwieriger und die Stimmung aggressiver werde. Vor allem sammelten sich teils große Gruppen von Abhängigen vor den Einrichtungen etwa in der Elbe- oder der Taunusstraße, konsumierten ihre Drogen in aller Öffentlichkeit und blockierten die Bürgersteige, „so dass kein anderer mehr durchkommt“. Manche Anwohner fühlten sich unwohl oder hätten sogar Angst. Man habe sich daher zusammengesetzt und überlegt, „wie wir mit der Situation umgehen“, sagte Majer.

Drogenszene im Frankfurter Bahnhofsviertel: Ansprache und Kontrollen

Ein zentrales Element der konzertierten Aktion soll laut Majer sein, dass die Mitarbeiter der Drogenhilfeeinrichtungen und die Straßensozialarbeiter des Projekts Ossip die Drogenabhängigen verstärkt ansprechen und auffordern sollen, keine Fußwege zu blockieren, für den Drogenkonsum die vorhandenen Druckräume zu nutzen, auf die Toiletten der Einrichtungen zu gehen und keinen Müll liegen zu lassen. Falls diese Ansprache durch die Sozialarbeiter keinen Effekt zeige, werde die Polizei eingreifen und mit Platzverweisen gegen die Abhängigen vorgehen. Auch Drogenkonsum auf der Straße solle unterbunden werden, sagte Majer.

Stadt- und Landespolizei sollen im Rahmen der Aktion verstärkt im Bahnhofsviertel Streife laufen. Die Polizei hatte ihre Präsenz im Stadtteil schon Ende 2016 mit der Gründung einer Besonderen Aufbauorganisation (BAO) und mehreren großangelegten Kontrollen erhöht, bei denen abends teilweise das gesamte Bahnhofsviertel abgeriegelt worden war. Seit vergangenem Jahr gibt es eine Regionale Einsatz- und Ermittlungseinheit (REE), die für das Bahnhofsviertel zuständig ist und vor allem gegen Drogenhändler vorgeht.

Laut Polizei ist die Zahl der Straßenraubdelikte im vergangenen Jahr um ein Viertel im Vergleich zurückgegangen, die Beamten werten ihr stärkeres Auftreten durchaus als Erfolg.

Bahnhofsviertel Frankfurt: Suche nach „verträglichem Miteinander“

Gesundheitsdezernent Majer betonte im Gespräch mit der FR, dass es bei der geplanten Aktion nicht darum gehe, vom berühmten Frankfurter Weg in der Drogenpolitik abzuweichen oder die Abhängigen aus dem Stadtviertel zu vertreiben. Man rechne auch nicht mit schnellen Erfolgen, sondern hoffe eher auf mittelfristige Verbesserungen. „Es dreht sich explizit nicht um die Einführung von neuen Konzeptionen“, sagte Majer. Vielmehr gehe es darum, die zwischen Polizei und Drogenhilfe sowieso vereinbarten Regeln besser umzusetzen und dafür zu sorgen, dass es im Bahnhofsviertel ein „verträgliches Miteinander“ zwischen Anwohnern, Gewerbetreibenden, Passanten und Drogenabhängigen gebe. Die Aktion soll zunächst vier Wochen lang laufen und anschließend ausgewertet werden.

Nach FR-Informationen sehen einige Akteure im Bahnhofsviertel das geplante Vorgehen durchaus kritisch. Hinter vorgehaltener Hand wird etwa die Sorge geäußert, aufgebautes Vertrauen zwischen Sozialarbeitern und Drogenabhängigen könne beschädigt werden, weil es in Gesprächen künftig verstärkt um die Lage auf den Straßen und Fußwegen gehen dürfte. Außerdem besteht die Befürchtung, dass die Polizei massiver im Stadtteil auftreten und dabei nicht nur gegen Dealer, sondern auch gegen normale Abhängige vorgehen könnte.

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