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Frankfurt-West: Mehr Nilgänse am Mainufer

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Der Ortsbeirat beklagt eine Gänse-Plage. Die Stadt soll nun die Flächen am Fluss öfter reinigen.

Die Nilgans ist nun auch im Frankfurter Westen als Problem angekommen. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 6 haben Bürger gar von einer Plage am Griesheimer Mainufer berichtet. Niemand wolle dort mehr seine Decke ausbreiten und ein Picknick genießen. Zu sehr störe der Kot des Geflügels.

Der Ortsbeirat hat darum auf Antrag der SPD die Stadt aufgefordert zu handeln. Die Experten sollen sagen, was sie gegen die „Verdrängung einheimischer Wasservögel auf dem Main durch Nil- und Kanadagänse“ unternehmen können und ob sie das überhaupt wollen. Die Stadt möge die Grünanlagen regelmäßig vom Kot reinigen.

Auch den Antrag des fraktionslosen Ortsbeirats Uwe Eisenmann hat das Gremium beschlossen. Der Magistrat möge Mittel zur Eindämmung der Gänsepopulation an der Wörthspitze in Nied und im Höchster Stadtpark ergreifen, heißt es darin.

Je länger die Stadt damit warte, desto teurer wird es, warnt Eisenmann mit Verweis auf das Brentanobad und den Ostpark. Im Rödelheimer Schwimmbad hat die Stadt das Geflügel bejagt, nachdem das Gesundheitsamt befand, dass der Kot die Gesundheit von Kleinkindern bedrohe. Das Vorgehensweise ist jedoch bei Wissenschaftlern umstritten. So hält Ornithologe Martin Kraft von der Philipps-Universität in Marburg den Gänsekot nicht für gefährlicher als die Hinterlassenschaften anderer Tiere. So lange die Badbesucher den Kot nicht „durchkauten“, seien sie auch nicht gefährdet, sagt er.

Im Ostpark setzt die Stadt dagegen darauf, die Tiere zu verwirren. Eine Hecke soll den Gänsen die Sicht auf den Weiher nehmen und damit die Lust, sich auf der Wiese herumzutreiben. 48 000 Euro hat die Stadt investiert – 19 000 für den Zaun, der den Kern der Hecke bildet, 14 000 für die Pflanzung, 6100 für den Fraßschutz, 5000 für die jährliche Pflege und nicht zu vergessen: 3700 Euro für die obligatorische Kampfmittelsondierung.  

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