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Mehr Nachhaltigkeit im Sport

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Von: Katja Sturm

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OB-Kandidatin Manuela Rottmann (Grüne) im Gespräch mit Eintracht-Vorstand Axel Hellmann im Waldstadion. Renate Hoyer
OB-Kandidatin Manuela Rottmann (Grüne) im Gespräch mit Eintracht-Vorstand Axel Hellmann im Waldstadion. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Klimawandel und Energiekrise sind auch bei den Vereinen angekommen. OB-Kandidatin Manuela Rottmann (Grüne) und Eintracht-Vorstand Axel Hellmann fordern Hilfe für Vereine

Rivalität auf dem Spielfeld, Kooperation bei Fragen abseits davon – so stellt sich Anton Klischewski die Zukunft des Sports vor. Der Berliner koordiniert beim FC Internationale in der Hauptstadt das Thema Nachhaltigkeit; der Fußballverein ist der erste unter den Amateurclubs Deutschlands, der dafür ein Zertifikat erhalten hat.

Schon heute wirke sich der Klimawandel auf Spiel und Bewegung aus, sagte Klischewski am Sonntag bei einer Veranstaltung zur „Nachhaltigkeit im Profi- und Amateursport“ im Frankfurter Waldstadion. Nicht nur, wenn im Winter der Schnee fehlt. Wetterchaos sorgt für Spielabsagen, höhere Temperaturen erfordern Abkühlpausen, frühere Rasenplätze versanden. „Fünf Millionen Tonnen betrug der CO2-Ausstoß während der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr.“ Vier Jahre zuvor in Russland sei die Menge halb so groß gewesen.

Höchste Zeit für ein Umdenken, sollte man meinen. Doch bei den meisten Proficlubs in des Deutschen liebsten Sports ist es allein undenkbar, auf ein oder zwei der obligatorischen drei verschiedenen Trikots pro Saison zu verzichten oder sie zwei Spielzeiten hintereinander zu tragen, zumal mit dem Verkauf an die Anhänger viel Geld verdient wird.

Beim hessischen Bundesligisten Eintracht Frankfurt ist die Nachhaltigkeits-Problematik angekommen; Am Donnerstag soll ein Konzept vorgestellt, die SGE zur „Lokomotive“ werden, verriet AG-Vorstandssprecher Axel Hellmann. Dass Tausende von Fans die Adlerträger zu ihren Europapokal-Spielen begleiten, helfe diesen, erfolgreich zu sein. „Deshalb wollen wir das natürlich“, sagte der Jurist. „Aber es muss Themen geben, auf die wir mehr Achtsamkeit legen.“

Die damit einhergehenden Veränderungen, nicht nur im Fall der Eintracht, müssten so vermittelt werden, dass die „Akteure“ darin einen Vorteil sehen“, sonst könne man niemanden überzeugen, sagte Grünen-Politikerin Manuela Rottmann. Dort, wo das Ehrenamt überfordert sei, müsse die Stadt, in der sie sich als Kandidatin für das Oberbürgermeisteramt bewirbt, den Vereinen „unter die Arme greifen“. Hilfe könnten zudem die Experten leisten, die sich im „Nachhaltigkeitscluster“ Frankfurt befinden, „es gibt hier schon viel Knowhow“.

Nach Ansicht Hellmanns steht die Politik zu 90 Prozent bei der Infrastruktur in der Verantwortung. „Ein Stadion wie unseres würde man so heute nicht mehr bauen“, sagte der Eintracht-Vorstand und brachte damit ein Thema auf, das im weiteren Verlauf der zweistündigen Veranstaltung zu einem guten Beispiel dafür werden sollte, wie und wo sich die Geister scheiden.

Um einen „Verkehrsinfarkt“ nach der Erweiterung der Arena auf knapp 60 000 Plätze zu vermeiden, fordert Hellmann „eine Optimierung des Verkehrskonzepts“. Dabei schwebt ihm neben einem überdachten und überwachten Fahrradparkplatz vor, die Gästefans mit Bussen direkt zu ihrem Block zu karren. Dafür müssten 40 Bäume weichen. Der Eingriff ist seiner Meinung nach zu vertreten. Genauso gehöre die geplante Multifunktionshalle auf das Stadiongelände, wo bereits Infrastruktur vorhanden sei, und nicht „in die Walachei“.

Rottmann betonte, man müsse Überlegungen einbeziehen, „ob auch in 20 oder 30 Jahren noch so viele Menschen die Fußballspiele besuchen werden“. Die neue Halle sei „nicht unser vorrangiges Problem“, da gelte es erst ganz andere zu lösen, etwa die Sanierung von Schulen und weiteren Sportstätten. „Mir würde es gefallen, wenn Frankfurt zum Vorreiter in Dingen würde, die andere so noch nicht haben.“

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