Armut

Mehr Menschen bekommen Frankfurt-Pass

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Die Frankfurter Stadtregierung verändert die Einkommensgrenzen für den Frankfurt-Pass. Mit ihm dürfen Menschen öffentliche Einrichtungen wie die Stadtbibliothek kostenlos besuchen.

Es ist ein wichtiger Beschluss für die vielen Menschen, die auf der Schattenseite der glänzenden Dienstleistungsmetropole Frankfurt leben. Die Stadtregierung hat in ihrer Sitzung am Freitag die Einkommensgrenze für den Frankfurt-Pass verändert. Er erlaubt armen Menschen den kostenlosen oder ermäßigten Zugang zu städtischen Einrichtungen. Derzeit gibt es etwa 60 000 Inhaber dieses Passes

Den Nettoverdienst, der für einen solchen Frankfurt-Pass berechtigt, erhöhte der Magistrat um sieben Prozent. Künftig dürfen alleinlebende Personen 976 Euro im Monat verdienen, um noch das Ticket zu bekommen. Für einen Zwei-Personen-Haushalt wurde die Einkommensgrenze auf 1264 Euro verschoben.

Der Frankfurt-Pass erlaubt den kostenlosen Besuch beispielsweise der Stadtbücherei und aller ihrer Zweigstellen. Für einen Euro können normale Frei- und Hallenbäder der Stadt benutzt werden, außerdem gibt es Zugang zum Zoo und zum Exotarium sowie zum Palmengarten.

Um die Hälfte ermäßigt ist der Eintrittspreis für sogenannte Erlebnisbäder mit besonderer Ausstattung wie dem Rebstockbad. Auch der Eintritt in der Eissporthalle, in allen Museen und den Städtischen Bühnen kostet nur die Hälfte. Ebenso um die Hälfte ermäßigt sind Kurse der Volkshochschule Frankfurt.

Die zuvor letzte Erhöhung der Einkommensgrenzen hatte der Magistrat im Jahr 2015 vorgenommen. Seitdem ist die Zahl der bedürftigen Menschen in Frankfurt weiter gestiegen. Die Kommunalpolitiker gehen davon aus, dass infolge der Corona-Pandemie die Zahl derer, die auf Hilfe der Stadt angewiesen sind, weiter klettern wird. Tatsächlich ist die Erhöhung jetzt aber nicht vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie beschlossen worden. CDU, SPD und Grüne, die Parteien der Römer-Koalition, hatten sie schon bei ihrer jüngsten Klausur in Bad Nauheim im Dezember 2019 vereinbart.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte am Freitag: „Es war dringend an der Zeit, dass wir die Einkommensgrenzen anpassen.“ Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) sprach von einem „hohen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger“.

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