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Mehr Kulturangebote für Jugendliche in Frankfurt

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Das „Culture Lab“ will Kindern Zugang zu kultureller Bildung erleichtern. Es wird durch die „Crespo Foundation“ gefördert..

Mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass neben der materiellen Armut auch kulturelle und soziale Benachteiligung zum immer größeren Problem werden.

Dem will sich das neue Projekt „CultureLab mit Künstler:innen für Kinder, Jugendliche und Familien – ein Bildungsprogramm“ nun entgegenstellen. Die Initiative der „Crespo Foundation“ in Kooperation mit dem Sozialdezernat möchte Heranwachsenden in Frankfurt einen niedrigschwelligen Zugang zu kultureller und sozialer Interaktion ermöglichen.

Seit Februar arbeitet ein Team aus Mitarbeiterinnen (ja es sind tatsächlich nur Frauen) beider Organisationen an einem Konzept für kulturelle Bildungsangebote in Kinder- und Jugendeinrichtungen.

Das Wichtigste für Christiane Riegel, Vorständin der „Crespo Foundation“, sei es, den Kindern wieder Raum zu geben für emotionale und soziale Entwicklung. Sie betont, wie wichtig zum Beispiel Berührungen für das soziale Lernen seien und hofft, Heranwachsenden durch das Projekt wieder das Gefühl zu geben, dass es da eine Zukunft gibt, die sie aktiv mitgestalten können. „Deshalb haben wir uns selbst so einen Zeitdruck gemacht: weil wir sehen, wie groß die Probleme sind“, betont Riegel.

Die Pilotphase startet mit einem sogenannten „Pre-Test“ in vier Einrichtungen. An insgesamt sechs Terminen werden nach und nach die Bedürfnisse der Künstler:innen, der Kinder und der Einrichtungen aneinander angepasst.

Im Kinder- und Jugendhaus in Riederwald bietet Trompeter Lukas Wempe zum Beispiel einen Blechblaskurs an. Die Angebote sind sowohl für die Kinder und Jugendlichen als auch für die Einrichtungen kostenlos. Sozialdezernentin Elke Voitl betont außerdem: „Ein wichtiger Grundsatz von uns ist, dass wir wieder rausgehen werden; raus aus unseren Büros und hin zu den Menschen.“

Neue Perspektiven für alle

Das „Culture Lab“ soll jedoch nicht nur Kinder und Jugendliche bereichern, sondern auch den Künstler:innen neue berufliche Perspektiven eröffnen. Die Pandemie hat viele Kunstschaffende hart getroffen. Friederike Schönhut, Leiterin des Kultur- und Bildungsbereichs der „Crespo Foundation“ erzählt, dass es nicht schwer gewesen sei, Künstler:innen aus allen Bereichen für die Initiative zu begeistern. So gebe es generell eine Tendenz zeitgenössische Kunst auch in sozialen Kontexten in den Fokus zu stellen.

Insgesamt sollen am „Culture Lab“ 40 Einrichtungen und 20 Künstler:innen teilnehmen. Offizieller Start ist nach den hessischen Sommerferien. Das langfristige Ziel ist, kulturelle Bildung in der sozialen Arbeit zu einem selbstverständlichen Teil heranwachsen zu lassen. Um diesem Bestreben näher zu kommen, unterstützt die „Crespo Foundation“ das Projekt mit einer Million Euro.

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