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Sobald es halbwegs warm wird, ist der Lohrpark bei Erholungssuchenden sehr beliebt.

Frankfurt

Mehr Kontrollen am Lohrberg

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Der Lohrpark stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Um Abhilfe zu schaffen, will die Stadt Frankfurt eine größere Müllsammelstelle einrichten, mehr Parkwächter engagieren und die Verkehrsprobleme angehen.

Der Lohrpark ist längst an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Um das Besucheraufkommen zu regulieren, möchte die Stadt den Einsatz der Parkwächter ausweiten. Sie denkt darüber nach, eine größere Müllsammelstelle einrichten und den Park öfter reinigen zu lassen. „Wir wollen die Intervalle intensivieren“, sagt die Referentin von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), Alexandra Chmielewski.

Seit Anfang April sind zwei Wächter freitags bis sonntags sowie an den Feiertagen im Lohrpark im Einsatz – immer acht Stunden lang. Zwischen Mai und Oktober nun sollen sie nicht nur drei, sondern sieben Mal die Woche unterwegs sein. Bereits im vergangenen Jahr gab es auf dem Frankfurter Hausberg Parkwächter. Damals mussten sie parallel den Günthersburgpark bestreifen. „Die Aufteilung hat sich nicht bewährt“, sagt Chmielewski.

Der als Volkspark konzipierte und zwischen 1927 und 1933 fertiggestellte Lohrpark war schon immer ein beliebtes Ausflugsziel. Er bietet Gärten, öffentliche Wiesen, ein Aussichtsplateau, Spazierwege und Gastronomie. Bei schönem Wetter strömen Besucher in Scharen auf die rund 180 Meter hohe Erhebung zwischen Seckbach und Bergen-Enkheim.

Doch die Parkplätze reichen nicht aus. Dazu beigetragen hat auch der Ausbau der Lohrberg-Schänke. Das Gasthaus mit Terrasse wurde vor Jahren saniert. Direkt daneben eröffnete die Stadt kürzlich ein neues Toilettenhaus, das im Sommer täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet hat.

Um die Parkplatznot zu bekämpfen, soll der Lohrbergbus wieder eingesetzt werden. Die Buslinie 30 pendelte früher zwischen Friedberger Warte und Lohrberg-Parkplatz. Den Betrieb hatte die Stadt im Frühjahr 2013 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. „Die Inbetriebnahme wird zurzeit geprüft“, sagt Chmielewski.

Konflikte mit Fußgängern und Radfahrern

Darauf drängt auch der für Seckbach zuständige Ortsbeirat 11. Lohrberg-Besucher stellten ihre Autos auf dem Berger Weg ab oder wichen auf die nach Seckbach abzweigende Nußgartenstraße aus, parkten dort die Fahrbahnränder oder angrenzenden Felder und Streuobstwiesen zu. Dies führe zu Konflikten mit Fußgängern und Radfahrern.

Inzwischen dürften die Ortspolitiker mehr denn je darauf erpicht sein, dass die Stadt auf dem Lohrberg durchgreift. Sie haben ein Grillverbot im Fechenheimer Heinrich-Kraft-Park durchgesetzt: Im Oktober wurden die gemauerten Grills abmontiert. Auslöser waren Streitereien zwischen Besuchern und Anwohnern.

Das Stadtteilgremium befürchtet, dass sich die Probleme nun vom Kraft-Park auf den Lohrberg verlagern. Deshalb beauftragte es den Magistrat damit, ein neues Besucherkonzept zu ersinnen. „Wir wissen noch nicht, wie sich das Grillverbot auf den Lohrberg auswirken wird“, sagt Alexandra Chmielewski.

Bernd Vockenberg geht davon aus, dass sich die Lage weiter zuspitzt. Er kennt die Zustände im Lohrpark ganz genau. Seit mehr als 14 Jahren ist er Vorsitzender des Kleingärtnervereins Lohrberg, der mit seinen 92 Parzellen Bestandteil des Frankfurter Hausbergs ist. „Das wilde Parken und Grillen nimmt immer mehr zu“, sagt der Hobby-Gärtner. „Das ist eine unendliche Geschichte.“

Dass mehr Wächter die Situation entschärfen könnten, glaubt Vockenberg nicht. „Die Parkwächter sprechen die Leute nicht an, wenn sie illegal in den Lohrpark fahren oder grillen“, sagt er. Deshalb wünscht sich der Verein eine stärkere Präsenz seitens der Stadt – vor allem bei gutem Wetter. Die kommt ohnehin: Die städtische Verkehrspolizei im Straßenverkehrsamt wird den Lohrberg von Mai bis September an Wochenenden und Feiertagen besonders kontrollieren.

Der KGV Lohrberg wünscht sich auch eigene Parkplätze. Vor allem samstags und sonntags fänden die Kleingärtner keine Stellplätze, sagt Vockenberg. Das liege auch an der Schranke vor dem Parkplatz: Sobald die Plätze belegt sind, wird sie geschlossen – in der Regel. „Die Schranke wurde sieben oder acht Mal von Vandalen zerstört“, sagt Vockenberg, „sie ist vollkommen ungeeignet.“

Der Stadt ist die Situation bewusst. „Wir haben immer wieder Probleme mit der Schranke“, sagt Alexandra Chmielewski. Kleingärtner, Gastronomen und Besucher bräuchten unterschiedliche Zugangsberechtigungen. Die Referentin stellt fest: „Die Schranke hat sich nicht bewährt.“

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