+
Der Riedbergplatz lädt nicht gerade zum Verweilen ein - trotz eines Bücherschrankes.

Riedberg

Mehr Grün für Riedbergplatz

  • schließen

Der Riedbergplatz soll schöner werden. Darin sind sich Ortsbeirat, Geschäftsinhaber und Anwohner einig. Ideen will der Ortsbeirat mit Bürgern in Workshops diskutieren.

Der Riedbergplatz soll umgestaltet werden – das hat der Ortsbeirat 12 jetzt beschlossen. Denn das Herzstück des jüngsten Frankfurter Stadtteils ist eine Betonwüste. Grauer Stein dominiert, gerade einmal zehn kleine Bäume zieren das Forum. Samstags schlendern dort Anwohner über den Wochenmarkt, sonst herrscht reger Betrieb in den angrenzenden Geschäften. Vielen Bewohner des Riedbergs ist der Platz zu dürftig gestaltet.

Dabei sei eine Bepflanzung mit Blumen und großen Bäumen geplant gewesen, berichtet Architekt Andrzej Lyson, der das Riedbergzentrum geplant hat und betreibt. „Alles war wunderbar.“ Umgesetzt worden sei indes kaum etwas davon – die Stadt habe erklärt, sich das nicht leisten zu können, so Lyson.

Bei der Umgestaltung geht es allerdings nicht nur um Fragen des Geschmacks. Auch das Mikroklima spielt eine entscheidende Rolle. „Eine Entsiegelung der Fläche und eine Begrünung dienen einer Verschattung und wirken einer Aufheizung entgegen“, begründete die SPD ihren Antrag zur Gestaltung des Platzes mit Bäumen.

Bereits einen Monat nach der Eröffnung des Areals vor zehn Jahren hatte die SPD-Fraktion im Ortsbeirat mehr Grün auf dem Gelände gefordert – ihr Antrag war damals allerdings abgelehnt worden. Inzwischen zieht das Stadtteilgremium bei dem Thema an einem Strang.

„Die derzeit hundertprozentige Versiegelung des Platzes entspricht nicht mehr den derzeitigen Anforderungen hinsichtlich des Klimawandels“, teilte dann auch der Magistrat im August mit. Für einen Umbau stünden derzeit allerdings keine Mittel zur Verfügung. Trotz mehrerer Bestrebungen des Ortsbeirats bekam der Platz bislang nur ein sogenanntes mobiles grünes Zimmer – eine bepflanzte Stahlkonstruktion, die im Sommer für einige kühle und schattige Sitzgelegenheiten sorgt.

Der Ortsbeirat möchte nun auch die Bürger und eventuell die Goethe-Universität, deren naturwissenschaftlicher Campus sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet, an der Umgestaltung des Platzes beteiligen. Denkbar seien etwa Workshops.

„Diese Bestrebungen unterstütze ich jederzeit“, sagt Architekt Lyson. Auch die Ladenbetreiber der Geschäfte im Riedbergzentrum seien alle dafür, schätzt er.

Nicht nur der zentrale Platz am Riedberg soll grüner werden. Der Ortsbeirat möchte die Dächer von Bus- und Bahnhaltestellen in Kalbach-Riedberg ebenfalls begrünen. „Auch innerhalb der Stadt Frankfurt wird immer mehr bewusst, dass wir Klimaschutzmaßnahmen schaffen müssen“, erklärt Stefan Müller (CDU), der den Antrag eingebracht hat. Der Magistrat solle gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) „prüfen, wo Begrünungen möglich sind“ und diese dort umsetzen. Dabei sollten geplante Haltstellen miteinbezogen werden.

Mit dem Vorhaben soll das Mikroklima verbessert werden. „So filtert eine Begrünung Feinstaub aus der Luft, speichert Regenwasser und bietet zusätzlichen Lebensraum für Insekten“, argumentiert die CDU. „Negative Auswirkungen für wartende Fahrgäste gibt es dadurch nicht“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare