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Besucher probieren am indonesischen Stand.

Rödelheim

Mehr als Frühlingsrollen

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Frankfurts erstes Festival des asiatischen Essens führt über mehrere Kontinente. 17 Zelte und Trucks bieten im Brentanobad Speisen an.

Zwei rote Laternen mit goldenen Schriftzeichen und Quasten schwingen am Eingang des Brentanobads im Wind. Sie stimmen die Besucher des ersten Frankfurter Asian Food Festivals darauf ein, was sie hinter den Drehtüren erwartet: Eine Liegewiese voller Essen aus China, Korea, Japan. Aber nicht nur. „Uns war es ganz wichtig, einen vielfältigen Überblick über die asiatische Küche zu bieten“, sagt Organisator Sebastiao Pembele. „Nudeln gibt es überall.“

So verströmen die rund 17 Food-Trucks und Zelte nicht nur den Duft von gebratenem Reis, Sushi oder Wan-Tans – obwohl die beliebten Klassiker durchaus ziehen. Weil ihre kleine Tochter so gerne Dumplings und Samosa isst, schieben Nico und Nyra aus Sachsenhausen sie an ihrem zweiten Geburtstag im Kinderwagen vorbei an Ständen mit Essen aus Pakistan, Vietnam oder Malaysia.

Auch diese Nationen hätten kulinarisch viel zu bieten, sagt Pembele. „Wie die persische Küche, die wird bei asiatischem Streetfood aber oft vergessen.“ Ob sie alle Länder in Asien richtig verorten können, testen die Besucher bei Aileen Puhlmann vom Verein „Lemonaid & Charitea“. Dazu gibt es eine kleine Bar, um eigenhändig Limonade zu mischen und sie aus grünen Plastikbechern und Strohhalmen aus echtem Stroh zu trinken.

„Essen und Trinken sind unser Herzstück“, sagt Plembele. Authentisch soll es sein. Das bedeute vor allem, frisch vor den Besuchern zubereitet. „Im Restaurant bekommt man das nicht mit.“ Authentizität will Pembele auch mit einem Yogalehrer aus Indien oder Shaolin Kung Fu und Tai Chi Auftritten erzeugen.

Das Festival solle Kultur und kulinarischen Genuss verbinden, als „Gesamterlebnis, das man so nicht einfach um die Ecke findet.“ Internationalität kennzeichnet die Gerichte wie Gäste, die sich beim Essen und Anstehen in Englisch, Spanisch oder Koreanisch unterhalten. „Das ist Frankfurt“, sagt Pembele, der von den African Food Festivals in Berlin und Hamburg zu seiner asiatischen Variante inspiriert worden sei.

Auf einer Holzbank mit Blick auf das blau glitzernde Wasserbecken kostet Jungpii Kim mit seiner Frau thailändisches Phad Thai. Die Variante in der Plastikschale schmecke anders, als es das Paar aus ihrer Heimat Korea kennt. Deshalb wollen sie testen, wie die koreanischen Gerichte schmecken. „Die sehen eher nach Fusion-Food aus.“ Stände mit Zutaten und Rezepturen aus unterschiedlichen Kulturen scheinen besonders viele Besucher anzuziehen.

Für internationale Einflüsse erhält der „Asian Street Food“ auch eine Prise Exotik von anderen Kontinenten. Auf den Tellern liegt etwa Kochbananen-Avocado-Tatar und die Schlange am schwarzen Truck mit dem Schriftzug „Filipin-Mexican-Fusion“ zieht sich quer über die gesamte Wiese – vorbei an Tischen und Bänken, Zelten mit Sushirollen, Nasi Goreng oder Masala Chai.

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