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Justina Honsel unterwegs im Bahnhofsviertel mit Christine Schwake (links) und Alfonso Padilla (Mitte).

Nachbarschaftshilfe

Mehr Freiwillige verteilen Sandwiches im Frankfurter Bahnhofsviertel

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OB Peter Feldmann will die Initiatorinnen von „100 Nachbarn“ auf der Straße unterstützen. Bisher haben die beiden Frankfurterinnen fast 20 000 Euro an Spenden eingenommen.

Jeden Tag verteilen Justina Honsel und Masha Schubbach 100 Focacce im Frankfurter Bahnhofsviertel an wohnungslose Menschen. Nun hat das Duo Unterstützung bekommen von Christine Schwake, Projektmanagerin bei der Deutschen Bank, und dem Zahnarzt Alfonso Padilla. Beide hätten durch die Berichterstattung in der FR von der Aktion erfahren und sofort beschlossen zu helfen.

Schwake, die viele soziale Projekte über ihre Arbeit in der Stadt unterstützt, kennt einige der Klienten aus der Drogenhilfeeinrichtung La Strada. „Diese Menschen merken, dass sie nicht vergessen sind.“ Vor allem jetzt sei ihre Not sichtbarer. „Sie gehen ja sonst im Bahnhofsviertel in der Masse unter“, sagt sie. Dabei könne gerade in diesen Zeiten jeder helfen. „Wir sind alle ein Teil der Stadt“, sagt Schwake.

Seit einigen Tagen gibt es auch Gabenzäune.

Neben den Sandwiches verteilten Schubbach, Honsel, Schwake und Padilla auch Wasser und Müsliriegel. Vor allem das Wasser war schnell vergriffen, berichtet Padilla. „Die Leute waren sehr durstig. Für sie ging es gar nicht so sehr ums Essen.“ Es sei schön gewesen, zu helfen und die dankbaren Reaktionen der Bedürftigen zu erleben. „Andererseits war es auch traurig, weil sie so alleingelassen sind.“ Solidarität zu zeigen sei in diesen Tagen wichtig. Padilla weiß, wovon er spricht. Er stammt aus Kuba und hat während des Kalten Krieges in seiner Heimat Engpässe erlebt – und wie die Menschen sich untereinander geholfen haben. „Es ist das erste Mal, dass ich in Deutschland eine solche Solidarität erlebe. Das ist toll.“

Unterdessen hat sich auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei Justina Honsel gemeldet. In einem Skype-Gespräch lobte er das Engagement der beiden Frauen und kündigte an, in den kommenden Tagen selbst mit anzupacken und Focacce an die wohnungslosen Menschen im Bahnhofsviertel zu verteilen.

Damit das Engagement noch einige Wochen weitergehen kann, appelliert Christine Schwake an die Frankfurterinnen und Frankfurter zu helfen und zu spenden. Das zunächst angestrebte Spendenziel von 10 000 Euro haben die Initiatorinnen Honsel und Schubbach bereits vor einigen Tagen erreicht; ihre neue angestrebte Marke sind 20 000 Euro. Auch die ist greifbar nahe: Seit dem ersten Spendenaufruf vor zwölf Tagen haben sie 19 555 Euro eingenommen (Stand gestern, 17.00 Uhr). Mit dem Geld wollen sie auch andere Initiativen unterstützen und die Kosten für die Focacce übernehmen.

Spenden an „100 Nachbarn“: https://paypal.me/pools/c/8nQQ3hPLdG. Wer kein PayPal-Konto besitzt, kann sich via E-Mail nach anderen Möglichkeiten erkundigen unter mail@justinahonsel.de.

Anmerkung der Redaktion: Aus technischen Gründen mussten die Initiatorinnen einen neuen Spendenaufruf starten. Nach Stand Dienstag, 10 Uhr, wurden über 20.000 Euro gesammelt.

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