Ob alt oder jung, alle Straßenbahnen müssen ran. boeckheler

Frankfurt

Mehr Busse und Bahnen in Frankfurt

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Stadt weitet Angebot im Nahverkehr mit Fahrplanwechsel aus.

Es ist nicht der ganz große Wurf, den Verkehrsdezernent Klaus Oesterling am Mittwoch präsentieren kann. „Bis 2024 der Anschluss ins Europaviertel kommt, haben wir ja keine weitere Streckenkapazität“, räumt der Dezernent ein. Doch auf den bereits bestehenden Strecken soll das Angebot an Bussen und Straßenbahnen mit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember weiter ausgebaut werden.

Tom Reinhold, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, sprach von „keinen spektakulären, aber vielen kleinen Verbesserungen“. So sollen auf der U-Bahnlinie U4 bis 1 Uhr nachts längere Züge verkehren. Auf der Linie U2 wird das Angebot sonntags ausgebaut. Bei den Straßenbahnlinien 12, 17 und 18 wird der Takt samstags erhöht, sie verkehren künftig tagsüber alle 10 statt alle 15 Minuten. Als Grund dafür nannte Oesterling den Umstand, dass der Nahverkehr samstags „deutlich stärker wachse als unter der Woche“. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, bringt die Stadt alles auf die Schiene, was noch irgendwie fährt. So wurde sogar eine ins Museum abgeschobene Straßenbahn aus dem Jahr 1969 wieder aktiviert, die teilweise aushilft.

EmissionenDer Busverkehr soll konsequent auf emissionsfreie Antriebe umgestellt werden. Wegen Lieferschwierigkeiten wird es aber noch bis zum kommenden Fahrplanwechsel dauern, bis elf weitere E-Busse auf den Linien 33 und 37 zum Einsatz kommen sollen.

22 Wasserstoffbusse werden in gut einem Jahr erwartet. Sie sollen dann vor allem auf langen und steigungsreichen Strecken wie die Linie 36 zum Einsatz kommen, da sie dort Vorteile gegenüber E-Bussen haben. 

Oesterling hofft, Ende des kommenden Jahres 40 neue Straßenbahnwagen auf die Strecken bringen zu können. Dann sollen alte Bahnen ausrangiert werden, darunter sieben nicht barrierefreie Modelle. Bereits Mitte 2020 erwartet die Stadt 22 neue U-Bahn-Wagen, die dann vor allem auf den stark frequentierten Strecken der U2 und U7 zum Einsatz kommen sollen.

Da Schienenfahrzeuge knapp sind, gibt es die meisten Ergänzungen im Busverkehr. In Niederrad verkehrt künftig ein Quartiersbus. Die Linie 84 verkehrt bis 21 Uhr halbstündig. Eine neue Aufgabe erhält die bereits bestehende Linie 77. Da der neue S-Bahnanschluss Gateway Gardens die Strecke zum Terminal 1 bestens bedient, verkehrt die Linie 77 künftig von der S-Bahnstation Gateway Gardens über Terminal 3 bis Cargo City Süd. Mehr Platz oder eine bessere Taktung verspricht Traffiq ab dem 15. Dezember bei den Buslinien 24, 34, 36, 43, 46, 52, 55 bis 59 und 66.

Durch all diese Maßnahmen erhofft sich Traffiq-Geschäftsführer Reinhold etwa eine Million zusätzliche Fahrgäste in Bussen und Bahnen. Im Jahr 2018 hatte die Zahl der Fahrgäste in Bussen, U-Bahnen und Straßenbahnen bei 247 Millionen gelegen. Mit den S-Bahnfahrten im Stadtgebiet zusammengerechnet, gab es 2018 sogar 320 Millionen Fahrgäste.

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