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In Hessen gibt es mehr Bienenvölker als zu Beginn der vergangenen Saison. Wie es um Wildbienen steht, können die Experten nicht genau sagen.

Honigbienen

Mehr Bienenvölker in Hessen - aber keine Entwarnung für Wildbienen und Insekten

In Hessen gibt es einen kräften Zuwachs bei den Bienenvölkern - anders sieht es bei Wildbienen und anderen Insekten aus.

Hessens Honigbienen sammeln bereits emsig Pollen von Wildkirsche, Löwenzahn oder Weißdorn - auch wenn sie insgesamt nur durchwachsen in die neue Saison gestartet sind. Einige Völker seien sehr gut durch den Winter gekommen, andere mit überdurchschnittlich hohen Verlusten, sagte Manfred Ritz, der Vorsitzende des Landesverbands hessischer Imker. Ein Grund für die großen Verluste in einigen Landesteilen war demnach, dass sich in den Waben fester „Betonhonig“ (Melezitosehonig) gebildet hatte, den die Tiere nicht verwerten konnten.

Insgesamt aber sind die hessischen Honigbienen im Aufwind: Mittlerweile gebe es rund 62 000 Bienenvölker, 2500 mehr als zu Beginn der vergangenen Saison, berichtete Ritz.

Wie sich dagegen die Zahl der Wildbienen und anderer Insekten in Hessen entwickelt hat, kann nicht genau beziffert werden. Dazu liegen keine aktuellen Daten vor, wie das Umweltministerium in Wiesbaden mitteilte. „Insektenpopulationen unterliegen starken Schwankungen. Je nach Jahreswitterungsverlauf und anderen Faktoren können einzelne Populationen teilweise auch über Jahre quasi „verschwunden“ sein, um anschließend massenhaft wieder aufzutreten.“

Anzahl der Insektenarten und Menge der Individuen nimmt stark ab

Daher seien nur langfristige Aussagen möglich - und alle Experten seien sich dabei einig: Sowohl die Anzahl der Insektenarten als auch die Menge der Individuen nehme stark ab. Dieser Trend sei ungebrochen. „Hessen wird künftig an einem bundesweiten Insektenmonitoring teilnehmen, um hier mehr qualifiziertes Wissen beizusteuern“, kündigte das Ministerium an.

Naturschützer mahnen Landwirte, aber auch Garten- und Balkonbesitzer dazu, mehr insektenfreundliche Flächen anzubieten - und keine Pestizide einzusetzen. Es helfe schon, am Rand des heimischen Rasens einen Blühstreifen stehen zu lassen, teilte der Naturschutzbund Hessen (Nabu) mit. Einige Insektenarten seien nur auf bestimmte Blüten spezialisiert. Diese hätten besonders mit dem Verschwinden von Blühpflanzen zu kämpfen.

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Dem Ministerium zufolge hat das Land ein Programm aufgelegt, um beispielsweise mit Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Flächen die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern. Mitte April will Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) den Beginn der Gartensaison einläuten und einen Blühkalender für jahreszeitlich passende Pflanzen vorstellen. (dpa)

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