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Vor allem im Osten der Stadt sollen Bäume gepflanzt werden.

Frankfurt

Mehr Bäume in Frankfurt

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Die Römer-Koalition einigt sich auf ein Klimapaket. Ein wesentlicher Punkt ist die Aufforstung.

Die zweistündige Pressekonferenz zu Haushalt und Regierungsprogramm im Römer ist kaum vorbei, da meldet sich Umweltdezernentin Rosemarie Heilig zu Wort. Die Politikerin der Grünen ist derzeit dienstlich in Rostock und war deshalb am Mittwochmittag im Rathaus nicht dabei. Doch zum Klimapaket, das die Koalition beschlossen hat, hat sie einiges zu sagen.

Die getroffenen Verabredungen seien „ein wichtiges Signal“ und wegen der Klimakrise unerlässlich. Vor allem den Ausstieg aus der Kohle bis 2025 hob Heilig hervor. Ermöglicht hätten diese Einigung auch die Demonstrationen in den vergangenen Monaten. „Der außerordentliche Druck und Protest der jungen Menschen auf der ganzen Welt, die ‚Fridays for Future‘-Bewegung, hat hier sehr geholfen, einen ambitionierten Ausstiegszeitpunkt zu verhandeln“, sagte Heilig.

Zumindest indirekt griff Heilig Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) an. Das Credo „Bauen, bauen, bauen“ habe ausgedient. Fortan sei das Ziel, so wenige Flächen wie möglich zu versiegeln und für Bauprojekte einen Ausgleich zu schaffen.

Ob Feldmann diese Aussage bei der Pressekonferenz unkommentiert hätte stehen lassen, ist fraglich. Schließlich war er mit der dreifachen Forderung nach „Bauen“ in zwei OB-Wahlkämpfe gezogen.

Doch Fakt ist: Die Stadt wird bei Bauprojekten fortan sehr viel genauer auf Klimaverträglichkeit achten. Zwar hielt der von den Grünen geforderte Klimavorbehalt keinen Einzug in das beschlossene Paket. Ähnlich wie beim Haushaltsvorbehalt hätten die Stadtverordneten dann auf klimaneutrale Projekte drängen müssen. Immerhin sollen Auswirkungen aufs Klima in Magistratsvorlagen künftig ausführlich dargelegt werden.

Kostenloses Trinkwasser

Jenseits des Ausstiegs aus der Kohle und der Umstellung auf Ökostrom bei U- und Straßenbahnen ist die Aufforstung an mehreren Stellen der Stadt ein wesentlicher Punkt des Klimapakets. So soll der Nieder-Eschbacher Wald erweitert werden. Auch an anderen Orten in Frankfurt, vor allem im Osten der Stadt, will die Koalition Bäume pflanzen lassen.

Trinkwasser soll an öffentlichen Brunnen im gesamten Stadtgebiet kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Zudem will die Koalition gemeinsam mit dem Einzelhandel prüfen, ob sich der Preis für eine Wasserflasche (0,5 Liter) in der Innenstadt festlegen lässt.

Auch an Bus- und Straßenbahnhaltestellen will die Koalition etwas für den Klimaschutz tun. Geplant ist, die Dächer der Stationen zu begrünen, wie der Kreisvorsitzende der Grünen, Bastian Bergerhoff ausführte. Um den ÖPNV attraktiver zu machen, sollten Kurzstreckentickets billiger werden, sagte Feldmann.

Grundsätzlich setzen die Politiker ihre Hoffnungen auf einen neuen Gesamtverkehrsplan, den Verkehrsdezernent Klaus Oesterling vorlegen soll.

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