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Mehr als 3000 Herzen für Tiere im Zoo Frankfurt

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Von: Thomas Stillbauer

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Ellen ist Patin einer Jungziege. Mama Sandra, Papa Tobias und Schwester Lea freuen sich mit.
Ellen ist Patin einer Jungziege. Mama Sandra, Papa Tobias und Schwester Lea freuen sich mit. © Monika Müller

Der Zoo bedankt sich bei seinen Patinnen und Paten für Zuneigung und finanzielle Unterstützung.

Die Königin ist tot – was sagt die Königin dazu? Nichts, jedenfalls nicht öffentlich, denn im Zoo ist die Königin der Tiere zurzeit nicht zu sprechen, auch nicht, wenn es um die britische Thronkollegin geht. Das Löwenpaar wohnt für einige Zeit hinter den Kulissen, während sein Reich auf Vordermann gebracht wird. Drum ist es auch schwer, Löwenpatinnen und -paten zu finden am Freitag, dem traditionellen Tag im September, an dem der Zoo alle einlädt, die eine Tierpatenschaft übernommen haben: 3073 Leute zurzeit.

Da ist etwa Martina Beyersdorff, die es als Patin momentan mit Tieren hält, die etwas weniger königlich und auch nicht sehr gefährlich sind. „Ein Schlanklori und ein Mausmaki“, sagt sie, zu ihren Schützlingen befragt. Das sind Tiere mit riesengroßen Augen und von herzensbrecherischer Sanftmut. „Ich hatte aber auch schon mal einen Katta“, berichtet die Dietzenbacherin, einen dieser fidelen Lemuren mit dem quergestreiften Schweif.

„Die erste Patenschaft hat mir meine Tochter geschenkt“, sagt Beyersdorff. Gerade kommt sie aus dem Katzendschungel, in dem auch Steffen Benedix anzutreffen ist. Sein Patentier? „Das Nashorn.“ Hui, Spitzmaulnashorn Kalusho, das teuerste unter allen Patentieren, normalerweise 5500 Euro im Jahr. „Das war aber bei der Weihnachtsaktion“, sagt Benedix. Da gibt’s Kalusho auch in diesem Jahr wieder zum Sonderpreis: 85 Euro. Der Zoo verteilt damit die großen Patenschaften auf mehr Schultern. Außerdem in der Weihnachtsaktion 2022: Okapi Antonia, Seebärin Daisy und einer der Kiwis, vor deren Zuhause gerade einige Mädchen mit Zetteln stehen. Junge Tierpatinnen? „Nein, wir sind von der Anna-Schmidt-Schule und sollen so viel wie möglich über eine Tierart herausfinden.“ Soso, Recherchen. Da kann der Kollege von der Zeitung weiterhelfen. Psst: Hier ist die größte Kiwizucht außerhalb Neuseelands.

ERDMÄNNCHEN VORN

Beliebteste Patentiere im Zoo:

1. Erdmännchen (633 Pat:innen)

2. Zwergziege (197)

3. Kurzohr-Rüsselspringer (144)

4. Humboldt-Pinguin (141)

5. Goldgelbes Löwenäffchen (96)

6. Igeltanrek (83)

7. Mausmaki (81)

8. Mara (69)

9. Schlanklori (68)

10. Brillenblattnasen (65)

Beliebtester Fisch ist das Seepferdchen, bei den Wirbellosen liegt die Vogelspinne vorn, bei den Amphibien der Andersen-Querzahnmolch.

Unter den 3658 Patenschaften sind 2301 für Säugetiere. Vögel: 522. Reptilien: 268. Fische: 220, Amphibien: 183. Wirbellose: 164. Bei den Gemeinschaftspatenschaften der Weihnachtsaktion 2021 wurde Giraffe Bine 112 Mal gewählt vor Nashorn Kalusho (106), Bonobo Boni (84) und dem namenlosen Kiwi (53).

Wo waren wir? Bei Steffen Benedix. Er hatte voriges Jahr einen Kiwi als Patentier, so schließt sich der Kreis wieder. Auch wenn er im Lahn-Dill-Kreis lebt, besitzt er doch eine Jahreskarte für den Zoo und unterstützt den Tierpark zusätzlich als Pate. Warum? „Weil sich der Zoo für den Artenschutz auch außerhalb einsetzt, das ist mir wichtig.“ Nicht nur hier übrigens: „Ich habe fast alle Zoos abgeklappert in Deutschland.“

Aber was klappert da eigentlich die ganze Zeit im Frankfurter Zoo? Aha, Viatu, der Silberrücken der Gorillas, klopft sich auf die Brust, drüben im Garten des Borgori-Waldes, wo die Primaten leben. Auf der anderen Seite des Gebäudes passen die Erdmännchen aufeinander auf – und Silke Rothmann auf die Erdmännchen: als Patin. „Ein Geburtstagsgeschenk“, sagt die Neu-Anspacherin, die mit ihrem Mann Frank da ist. Ein grüner Fleck in der Stadt sei der Zoo, sagen beide, ein Zentrum des Artenschutzes.

Darüber berichten später am Tierpatentag auch die Zooleute am Infostand. Tierpflegerinnen und -pfleger zeigen, wie es in ihren Revieren zugeht, und Zoodirektorin Christina Geiger bedankt sich am Abend schließlich bei allen, die Projekte mit ihrer Patenschaft finanzieren: in diesem Bilanzjahr etwa eine Trennwand auf der Gorilla-Außenanlage, bessere Haltungsbedingungen für die Robben, die Erneuerung eines Meerwasserbeckens im Exotarium, erste Schritte zu einer Mangroven-Anlage im Exotarium und eine Hütte für Perlhühner. Aufwendungen insgesamt: 346 345 Euro, Einnahmen durch Patenschaften seit vorigem September: 323 678 Euro. Alles aus Tierliebe.

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