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Johannes Heisig, hier porträtiert von der Fotografin Barbara Klemm

Musik

Ein Maler an der Orgel

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Der Musiker Michael Graf Münster spricht mit dem Künstler Johannes Heisig über eine gemeinsame Leidenschaft - die Werke von Johann Sebastian Bach

Es gibt sicher sehr viel gewöhnlichere Orte für ein Interview als die Orgelempore der Frankfurter Katharinenkirche, wo der Musiker und Theologe Michael Graf Münster sich für kommenden Dienstag einen prominenten Gast eingeladen hat, der auch über seine Arbeit philosophieren kann. Der international bekannte Maler Johannes Heisig, 1953 in Leipzig geboren, beschäftigt sich seit langem intensiv mit dem Werk von Johann Sebastian Bach, vor allem mit dessen überragendem Kantatenwerk.

Zwischen Pfeifen und Spieltisch ist der Raum intimer als sonstwo in der weitläufigen Kirchenhalle, rund 60 Besucher haben hier Platz. Das ist immer noch eine recht private Runde, keine Talkshow, für ein Gespräch über Kunst und Musik.

Besucher müssen dabei nicht nur passiv zuhören, sie können Heisig oder vielleicht auch Münster auch eigene Fragen stellen. Er arbeite immer noch an den genauen Themen für das Gespräch mit Heisig, sagt Münster. Er kalkuliere etwa eine gute Stunde auf der Orgelempore.

Dabei könnte Heisig sicher abendfüllend über so vieles berichten, etwa von seinem prominenten Vater Bernhard Heisig, einem der bekanntesten Künstler Ostdeutschlands, vom dem Leben in der DDR oder von seinen Porträtsitzungen mit Prominenten wie Willy Brandt oder Wolfgang Thierse, den er für den Bundestag gemalt hat. Aber wer weiß, wie lange geplaudert wird; es steht jedenfalls Wein bereit, und da es erst Münsters zweites Gespräch auf der Orgelempore ist, mag es auch länger dauern.

Nur einmal im Jahr lädt Graf Münster ein, 2017 war Melanie Wald-Fuhrmann vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik hier zu Besuch. Auch der prominente Gast für kommendes Jahr steht schon fest, Münster will den Namen aber erst am Dienstag verraten. Sollte der Andrang übrigens zu groß werden, weichen Heisig und er einfach in den Chorraum aus – persönlicher dürfte es aber auf der Empore werden.

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