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Der Weg nach Arles: Dieses Gemälde van Goghs entstand im Jahr 1888.

Kunst im Städel

Vincent und die anderen

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Die größte Ausstellung des Städel-Museums zeigt van Goghs Einfluss auf den Expressionismus.

Es soll „die größte und aufwendigste Präsentation in der Geschichte des Städels“ werden. So kündigt das Haus jetzt die Ausstellung an, die sich vom 23. Oktober 2019 an mit dem Werk des niederländischen Malers Vincent van Gogh beschäftigen wird. Doch es geht um mehr als nur die Arbeit van Goghs. Die Ausstellung bettet ihn in einen größeren Zusammenhang ein. Van Gogh wird als Vorbild für die Kunst des deutschen Expressionismus analysiert.

Deshalb sind vom Herbst nächsten Jahres an nicht nur mehr als 45 zentrale Werke des Niederländers im Städel zu sehen; insgesamt werden etwa 140 Gemälde und Arbeiten auf Papier präsentiert. Dazu zählen bekannte Expressionisten wie Ernst-Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter und Max Beckmann. Aber auch weniger bekannte Künstlerinnen und Künstler bezogen sich auf van Gogh, etwa Peter August Böckstiegel, Maria Slavona oder Heinrich Nauen.

Van Gogh sei eine Schlüsselfigur für die Kunst der deutschen Avantgarde – das ist die These dieser Ausstellung. Außerdem soll gezeigt werden, welch wichtige Rolle deutsche Galeristen, Sammler, Kritiker und Museen für die Erfolgsgeschichte von van Gogh spielen.

Für die Schau kehrt ein Mann an das Städel-Museum zurück, dem das Haus einige der größten Erfolge des vergangenen Jahrzehnts verdankt. Felix Krämer war von 2008 bis 2017 Sammlungsleiter der Kunst der Moderne. Er wechselte am 1. Oktober 2017 als Generaldirektor und künstlerischer Leiter zur Stiftung Kunstpalast in Düsseldorf.

Langwierige  Leihverhandlungen

2019 kuratiert er die Van- Gogh-Ausstellung im Städel gemeinsam mit dem heutigen Sammlungsleiter der Moderne, Alexander Reiling. 2010 hatte Krämer eine große Retrospektive zu Ernst-Ludwig Kirchner kuratiert, 2012 sorgte er mit der Ausstellung „Schwarze Romantik“ für Aufsehen. 2014 folgte eine Retrospektive von Emil Nolde, 2015 „Monet und die Geburt des Impressionismus“ und 2016 schließlich „Geschlechterkampf“ mit Werken von Franz von Stuck bis Frida Kahlo.

Krämer hatte noch die langwierigen Leihverhandlungen begonnen, die jetzt abgeschlossen werden konnten. Das Städel kann wichtige Werke aus zahlreichen bedeutenden Museen und Sammlungen präsentieren – darunter sind das Metropolitan Museum of Modern Art in New York, die Nationalgalerie in Prag, das Museum of Fine Arts in Boston und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München.

Als besondere Höhepunkte der Ausstellung werden die berühmten Selbstbildnisse van Goghs aus dem Art Institute in Chicago und dem Kröller-Müller-Museum in Otterlo angekündigt.

Für die Werke der Expressionisten kann das Städel-Museum auf seine eigene umfangreiche Sammlung zurückgreifen. Städel-Direktor Philipp Demandt verweist darauf, dass zum Zeitpunkt des Todes von van Gogh 1890 sein Werk nur wenigen Zeitgenossen vertraut gewesen sei.

Erst mit den ersten Ausstellungen um die Jahrhundertwende in den großen Kunststädten Europas sei die Bekanntheit des Malers „drastisch“ angestiegen, so Demandt.

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