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Dass Fische für ihr Leben gern Wasser speien, auch das lehrt der neue Wasserspielplatz.

Goethepark in Frankfurt

Matschen, bis der Frost kommt

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Der Wasserspielplatz im Frankfurter Goethepark ist eröffnet. Auf den neuen Goetheturm müssen die Besucher noch warten.

Die Sorge erweist sich rasch als unbegründet: Nein – der neugestaltete Matsch-Spielplatz im Stadtwald soll den vor knapp einem Jahr abgebrannten Goetheturm nicht etwa ersetzen; er liegt einige Meter entfernt von dem Ort, an dem der Turm nach wie vor wiedererrichtet werden soll. Das nur zur Beruhigung.

Aber jetzt wird erst mal gematscht. „Wasser marsch!“, sagt Heike Appel, die stellvertretende Grünflächenamtsleiterin. „Jaaa!“, die Zielgruppe stürmt das hügelige Gelände. Angetreten zum Test sind die Berg-Kita der Dreikönigsgemeinde, die Kita Grüne Soße und das Kinderzentrum Schweinfurter Weg. Die Versuchspersonen in Gummistiefelchen stehen alsbald knietief in der Pampe, Stimmung: euphorisch.

Happy End, kann man sagen, denn es hat seine Zeit gebraucht. „Gefühlte fünf bis sechs Jahre“, sagt Heike Appel, hätten die Fachleute geplant, ständig sei jemandem noch etwas eingefallen. Und dann, als es losgehen sollte, reichten die Baufirmen nur viel zu hohe Angebote ein – ein Zeichen dafür, dass die Branche komplett ausgebucht war. Eine zweite Ausschreibung musste her, und nun wird der Wasserspielplatz ausgerechnet zu einem Zeitpunkt fertig, da die große Hitze vorbei ist. Aber mit der Eröffnung bis 2019 warten? Wollte das Grünflächenamt auch nicht.

Transparente beweisen, wie sehr der Goetheturm fehlt

Die Kinder freut’s. Sie können auf einen großen, roten Startknopf drücken, dann speit ein Fisch Wasser. Von oben auf dem Hügel sprudelt das Nass in vorgegebenen Bachläufen bergab, man kann es mit Sperren aufhalten und wieder freilassen. „Kreativ sein, selbst gestalten, Staudämme bauen“, beschreibt Heike Appel mit wachsender Begeisterung, „alles zum Überlaufen bringen!“ Und am Ende biete der Platz auch die technischen Voraussetzungen, „die Matschepampe wieder von den Kindern zu entfernen“, etwa mittels einer Fußdusche.

Die Kita Grüne Soße hat sogar Reporter geschickt. Ans Mikrofon traut sich Chefreporterin Maha (5) und hat eine großartige Frage: „Wann wird das Labyrinth wieder aufgemacht?“ – „Oje!“, gesteht die Frau vom Amt, beim Labyrinth gleich nebenan sei das Holz falsch verbaut worden, das müsse ganz neu gemacht werden. „Es geht um den Wasserablauf“, erklärt Thorsten Leißner, Außenstellenleiter unter anderem für den Goethepark. Das Labyrinth, ein Kunstwerk von 2006, ist seit einem Jahr aus Sicherheitsgründen gesperrt. Spätestens 2020 soll es saniert und wiedereröffnet sein – möglichst zur gleichen Zeit wie der neue Goetheturm. Da sei alles auf dem Weg, sagt Leißner, der Turm befinde sich in der Abstimmung zwischen Grünflächen- und Hochbauamt. Bis es soweit ist, vertritt ihn ein kleiner Nachbau aus rotem Holz. Transparente an den Bauzäunen beweisen, wie sehr der Goetheturm den Frankfurtern fehlt. Nebenan wird fleißig gematscht. Eine schöne Alternative, besonders im Sommer, sagt Betreuerin Franziska Gleisinger aus der Kita Schweinfurter Weg. Wer es ausprobieren will: Beeilung. Beim ersten Frost wird das Wasser bis 2019 abgestellt, aber spielen darf man weiterhin.

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