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Hörgeräteakustiker Matthias Leppert führt seine Geräte vor.

Meisterstücke

Maßgeschneiderte Arbeiten in Frankfurt

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„Tag des Handwerks“ im Historischen Museum. Jungmeister zeigen die Ergebnisse in einer Ausstellung.

Kunst und Handwerk liegen gar nicht so weit auseinander. Beim Tag des Handwerks am Samstag etwa, sind die Besucher des Historischen Museums an 45 Meisterstücken vorüber flaniert. Im untersten Stockwerk, dem Leopold Sonnemann-Saal, ist just das das Thema: „Meisterstücke – Vom Handwerk der Maler“. Die Ausstellung dreht sich um die Zeit, als Maler wie andere Handwerker zum Abschluss ihrer Ausbildung ihr Können beweisen mussten.

Um Können geht es im Handwerk nach wie vor. Darum hat die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main in die Ausstellung geladen. Viele Vertreter sind vor Ort. Ein Bäckermeister und ein Metzgermeister von der Frankfurter Fleischerfachschule „Heyne“ verteilen Essen. Kinder schweißen am Schweißsimulator. Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, zeigte sich sehr zufrieden: „Das Handwerk prägt eine Metropole wie Frankfurt nachhaltig!“

Auch zu sehen an den neuen Arbeiten von sechs Jungmeistern, die am Ende der Ausstellung präsentiert werden. Darunter sind unter anderem ein Anzug einer Maßschneiderin, ein silbernes Rennrad einer Zweiradmechanikerin oder das kleinste Ausstellungsstück: Ein zwei Zentimeter kleines Hörgerät eines Hörgeräteakustikers.

Passend dazu gibt es auch seit Jahresanfang eine Kampagne vom Deutschen Handwerkskammertag in Berlin, dem bundesweiten Handwerker-Verband. „Ist das noch Handwerk?“, wird dort provokant gefragt.

Das haben sich die Meister früheren Tagen vielleicht auch gefragt. Bis ins 19. Jahrhundert hat sich die Maler-Prüfung behauptet, erst wer sie bestand, durfte eine eigene Werkstatt betreiben, selbst ausbilden oder Gemälde signieren. Die Zeitspanne der Ausstellung reicht vom 17. Jahrhundert bis 1858, wie die zuständige Betreuerin sagt. Die Stadt Frankfurt verlangte von den Malern die Einlieferung des vorgeschriebenen Meister- oder Probestücks für die Ausstattung des Rathauses, des Römers.

Diese Frankfurter Gemälde werden anderen Malermeister Stücken aus Nürnberg, Lübeck oder Burghausen sowie Meisterstücken anderer Handwerke bis in die Gegenwart gegenübergestellt.

Doch nicht jeder konnte ein Meisterstück erstellen. Antreten durfte, wer ehelich geboren war, einen tadellosen Ruf vorzuweisen hatte und verheiratet war. „Außerdem mussten angehende Malermeister die richtige Religionszugehörigkeit besitzen“, sagte die Ausstellungsführerin.

Die Ausstellung „Meisterstücke – Vom Handwerk der Maler“ ist bis zum 19. Januar 2020 im Historischen Museum Frankfurt zu sehen.

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