Am Stand vom Camisso-Garten gibt es Wachskerzen von einem Eschersheimer Imker. Rolf Oeser
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Am Stand vom Camisso-Garten gibt es Wachskerzen von einem Eschersheimer Imker.

Bornheim

Markt im Saalbau Bornheim: Nachhaltig auf Hawaiianisch

  • Nadine Benedix
    vonNadine Benedix
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Auf dem Kuleana-Markt präsentierten mehr als 15 lokale Aussteller ihre Produkte. Organisiert wurde der Markt von 20 angehenden Veranstaltungskaufleuten der Stauffenbergschule, die in ihrem letzten Schuljahr ein eigenes Event planen müssen.

Mehr als 50 Kosmetikdosen, Flakons und Fläschchen stehen auf dem Tisch der Naturkosmetikmarke Natural Organics. Das besondere an ihnen: Sie alle bestehen aus 100 Prozent recyceltem Altglas – inklusive der Deckel. „Nur wenige Naturkosmetikhersteller nutzen wirklich gar kein Plastik“, erklärt Vertreterin Kathrin Spieß.

Natural Organics ist einer von mehr als 15 lokalen Ausstellern, die sich auf dem nachhaltigen Markt „Kuleana“ am Freitag im Bornheimer Saalbau präsentierten. Neben Verkaufs- und Essensständen gab es auch einen Vortrag der Frankfurter Influencerinnen Ronja und Lena („The Plantly Compassion“ auf Instagram) über ihre Vorschläge zur Umsetzung eines nachhaltigeren Lebensstils.

Organisiert wurde der Markt von 20 angehenden Veranstaltungskaufleuten der Stauffenbergschule, die in ihrem letzten Schuljahr ein eigenes Event planen müssen. „Wir können das entweder theoretisch oder auch praktisch machen“, erklärt Schülerin Sarah Korzuschek. Ihre Klasse habe sich dafür entschieden, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Das Thema Nachhaltigkeit sei momentan so wichtig, dass ihnen gleich klar gewesen sei, die Veranstaltung auch umsetzen wollen, so die 22-Jährige. Ihre Ausbildung macht sie bei Velotaxi, Frankfurts umweltfreundlicher Sightseeing-Option. Insgesamt sei das Projekt viel mehr Arbeit geworden als von der Schule gefordert: Ein halbes Jahr liefen die Planungen. „Glücklicherweise konnten wir aber auch andere Unterrichtstunden für das Projekt nutzen“, berichtet Korzuschek.

Der Titel des Marktes – Kuleana – sei durch ein Brainstorming der Klasse zustande gekommen. „Wir haben nach Übersetzungen von Nachhaltigkeit in andere Sprachen gesucht“, erklärt Mitschüler Nik Yates. Das hawaiianische Wort habe dabei allen zugesagt.

Die Suche nach dem passenden Format habe länger gedauert, sagt der 25-Jährige. Zuerst sei ein „Nachtmarkt“ geplant worden, schließlich sei man aber bei der Idee einer ganztätigen Veranstaltung mit begleitenden Konzerten und Vorträgen gelandet. „Wir wollten so erreichen, dass möglichst viele Leute vorbeikommen können“, so Yates.

Wie etwa Paula Pälzer, die spontan beim Einkauf im Bornheimer Unverpacktladen „Auffüllerei“ auf den Markt aufmerksam wurde. „Hier habe ich jetzt noch erfahren, dass ich lokal produzieren Honig direkt in meinem Nachbarhaus kaufen kann“, berichtet sie begeistert.

„Unser Ziel war es nur Aussteller anzusprechen, die auch in Frankfurt produzieren und verkaufen“, erklärt Korzuschek. Auch ihre Sponsoren seien lokal, ebenso wie der Empfänger ihres Gewinns, der Verein „Tropica Verde“. Seit rund 30 Jahren setzt er sich von Frankfurt aus für den Erhalt des costa-ricanischen Regenwaldes ein. Der Erlös kommt einem Projekt zum Schutz von Papageien durch die Wiederbewaldung ihrer Heimatregion zugute.

Ob es noch einmal einen Kuleana-Markt geben wird, ist noch nicht klar. Die Schüler werden im Sommer ihren Abschluss machen. „Einige von uns können sich aber vorstellen weiter zu machen“, verrät Korzuschek.

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