FR-Streiterinnen in Aktion

Livekunst auf dem Rossmarkt

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Die Künstlerin meisterstaut wird ab 11 Uhr eine Plakatwand auf dem Rossmarkt gestalten.

Die Frankfurter Rundschau hat 2018 zum Jahr der Frauen erklärt. Zwölf Monate lang schreiben wir über diverse Emanzipationsbewegungen, aktuell über herausragende Streiterinnen.

Am Samstag kommt es zum nächsten Höhepunkt: Die Künstlerin meisterstaut wird ab 11 Uhr eine Plakatwand auf dem Rossmarkt gestalten, die im Anschluss durch Frankfurt tourt. Wer die Arbeit in fortgeschrittenem Zustand sehen will, kommt eineinhalb Stunden später.

„Ein Kunstwerk, an dem es viel zu entdecken gibt“, verspricht meisterstaut. Hinter dem Namen steht die 34-jährige Anne Stautmeister, die in Dresden lebende Art-Direktorin der Kreativagentur Cromatics.

Es wird um nicht weniger als 100 Jahre Emanzipationgeschichte gehen, von der anfangs „gebückten Haltung“ bis hin zur heutigen Frau, die „voller Leichtigkeit und Stolz“ ihre Faust reckt. Das Kunstwerk will aber auch Kritik äußern: Für ihre Gleichberechtigung in der Öffentlichkeit müssten Frauen Teile ihrer Weiblichkeit aufgeben, sagt Stautmeister.

Als Beispiel nennt sie Angela Merkel, die als Bundeskanzlerin stets in Hosenanzügen auftritt. Oder Margaret Thatcher, in den 1980er Jahren britische Premierministerin – für ihre machtvolle Rolle hatte sie sich extra eine tiefere Stimme antrainiert.

Auf der Plakatwand will Stautmeister daher „weibliche und männliche Anteile vereinen“ – und zwar ausdrücklich geschlechterübergreifend: Männer und Frauen sollen „frei aus dem Herzen“ männlich oder weiblich sein. Unbehagen äußert Stautmeister daher gegenüber all jenen Feminismen, die zu „negativ“ von einem Kampf sprächen und „immer nur auf Weiblichkeit“ fokussiert seien. Teil ihres Kunstwerks werde daher auch eine männliche Symbolik sein. Insgesamt bezeichnet die Künstlerin sich als feministisch interessiert, möchte aber nicht den „Stempel Feministin“ aufgedrückt bekommen.

Was ist für Stautmeister dann eine gute Streiterin? Eine Frau, „die nicht gegen Männer ist, sondern die Rolle von Frauen in der Öffentlichkeit“ thematisiert.

Ihre eigene künstlerische Karriere habe früh begonnen: „Ich habe schon seit meiner Kindheit viel gemalt“, sagt Stautmeister. Studiert hat sie in Weimar, Barcelona und Berlin.

Seit 2012 arbeitet sie bei Cromatics, wo sie ebenfalls das Thema Feminismus einbringt: In ihrer Arbeit für ein Label wird „selbstbewusste Weiblichkeit“ durch eine Farbwahl ergänzt, „die Nuancen des weiblichen Zyklus in verschiedenen Rottönen“ widerspiegelt.

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