Nordend

Stadtteilpreis für Flüchtlingsinitiativen

Ortsbeiratvorsitzende Karin Guder zeichnet alle fünf Bewerber für deren freiwilliges Engagement aus.

Von Nadine Benedix

Fünf ehrenamtliche Flüchtlingsinitiativen bekommen in diesem Jahr den Stadtteilpreis des Ortsbeirat 3. „Wir haben uns entschieden, alle Bewerber zu ehren“, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder beim Neujahrsempfang des Ortsbeirates. „Alle Preisträger helfen den angekommenen Menschen, bei uns Fuß zu fassen und bringen Menschen, die im Nordend leben, in Kontakt mit den neuen Bewohnern“, so Guder.

Das „Café Deutschland“, ein Projekt der Diakonie und der katholischen Stadtkirche, organisiert offene Treffen für Anwohner und Geflüchtete. „Unser Ziel ist eine leicht zugängliche Beratung und Stütze für die Angekommenen zu bieten“, sagt die betreuende Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann. „Die öffentlichen Beratungsstellen werden nahezu überrannt. Viele Fragen kann man auch bei einer Tasse Kaffee klären“, so Seidel-Hoffmann.

Der „Treff 38“ in der Berta Jourdan-Schule will im Schulalltag helfen. „Wir sind ein offener Treff für Schüler der Berufsschule. Jeder kann zu uns kommen, Hilfe suchen oder einfach nur mal quatschen“, sagt Organisatorin Kristina Schott. Viele Geflüchtete, die eine Berufsausbildung beginnen konnten, nutzen das Angebot. Da sich das Projekt über Spenden finanziert, sei der Stadtteilpreis eine Bereicherung. „Mit den 100 Euro können wir schon viel anfangen“, sagt Schott.

Hilfe beim Lernen

Auch Morsal Hassen, Gründerin der „Refugee Buddies“, freut sich über die Auszeichnung. „Das ist eine tolle Anerkennung für unsere Ehrenamtlichen“, sagt die Studentin. „Unser Projekt wird von Studierenden getragen. Wir organisieren Patenschaften zwischen Studenten und Geflüchteten, Infotage zu Ausbildungen oder Workshops zur Erstellung von Bewerbungen“, sagt Hassen.

Vor zwei Jahren gründete sie mit ihrem Bruder die Initiative. „Wir sind selbst aus Afghanistan nach Deutschland gekommen und wissen, welche Schwierigkeiten hier auf einen zukommen“, so Hassan. „Gerade das deutsche Ausbildungssystem kann einen schnell überfordern.“ 130 Ehrenamtliche unterstützen sie inzwischen. Jeden Sonntag treffen sie sich dafür in der Fachhochschule. Bei den Geflüchteten komme das Projekt super an, sagt Hassen. Rund 170 junge Männer seien jede Woche dabei.

Neben den Refugee Buddies, Café Deutschland und dem Treff 38 wurde auch die Initiative „Integration geht durch den Magen“ der Gruppe „Shout out Loud“ und die Wohngruppe „Marco Polo“ für minderjährige Flüchtlinge geehrt. Während „Shout out Loud“ Kochtreffs für Anwohner und Geflüchtete organisiert, wandelte die Wohngruppe im November 2016 leerstehende Büros in Wohnungen um und bot so 13 Jugendlichen ein Zuhause.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare