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Rüdiger Auth an seinem Arbeitsplatz, dem Baubezirk Nord/Nordost.

Frankfurt-Nord

Rüdiger Auth, der Mann der Straßen und Poller

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Rüdiger Auth, Abteilungsleiter für den Baubezirk Nord/Nordost beim Amt für Straßenbau und Erschließung, verpasst selten den Ortsbeirat 10.

Wir machen das auf dem kurzen Dienstweg.“ Wer ein paar Mal eine Sitzung des Ortsbeirates 10 besucht hat, der wird diesen Satz schon gehört haben. Er kommt von Rüdiger Auth, er benutzt ihn oft. Auth ist Abteilungsleiter für den Baubezirk Nord/Nordost beim Amt für Straßenbau und Erschließung – und er gehört quasi zum Inventar des Ortsbeirates.

Denn bei so gut wie jeder Sitzung erteilt ihm der Ortsvorsteher vor der Feststellung der Tagesordnung das Wort. Auth, der dieses Jahr 66 wird, berichtet dann über Angelegenheiten seines Amtes. Er erzählt, welche Arbeiten momentan laufen, welche anstehen, welche erledigt sind. Es geht um Gehwegsanierungen, Poller und Fahrradwege. Am liebsten ist es Auth, der die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat lobt, „wenn ich alles auf dem kurzen Dienstweg regeln kann“.

So macht er das seit nunmehr 24 Jahren. Im Mai 1995 war er erstmals bei einer Sitzung im Zehner zu Gast, im Juli des selben Jahres dann im Elfer. Seitdem, erinnert sich Auth, „habe ich maximal fünf oder sechs Sitzungen verpasst“.

Die damalige Amtsleiterin hatte die Idee, den Ortsbeiräten anzubieten, einen Mitarbeiter zu schicken. Nur wenige machen davon regelmäßig Gebrauch, Kollegen von Auth gehen regelmäßig in die Ortsbeiräte 6 und 7, er selbst zudem je nach Bedarf in bis zu zehn weitere.

Rüdiger Auth ist Abteilungsleiter für den Baubezirk Nord/Nordost beim Amt für Straßenbau und Erschließung.

Er wurde 1953 in Nordhessen geboren. 1969 ist er nach Frankfurt gezogen. Seit 1997 wohnt er am Frankfurter Berg.

Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Töchter, zudem ein Enkelkind. bö

Für Robert Lange (CDU), Ortsvorsteher im Ortsbeirat 10, steht fest: „Wenn es Rüdiger Auth nicht gebe, müsste man ihn erfinden.“ Er sei ein kompetenter und zuvorkommender Ansprechpartner, handele oft schnell und unbürokratisch, „uns das kommt dem Bürger zu Gute. Wir sind froh und dankbar, dass wir ihn haben.“

So mancher Abend geht allerdings auch dafür drauf, zumal er sich ja auch auf jede Sitzung vorbereiten muss. „Eine Woche vorher frage ich die Sachstände ab, am Tag vor der Sitzung fahre ich die relevanten Stellen alle ab.“ Das, so der gebürtige Nordhesse, „geht nur mit einer verständnisvollen Familie“.

Die habe er, betont Auth. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Töchter und seit Dezember ein Enkelkind. Außerdem einen Hund, mit dem er sehr gerne in seiner Nachbarschaft am Frankfurter Berg spazieren geht. Seine Frau und zwei der Töchter haben Auth auch in den 80er Jahren auf seine wohl aufregendste berufliche Station begleitet: In Saudi-Arabien war er für den Bau und die bauliche Betreuung eines riesigen Krankenhaus-Komplexes zuständig. Er war vor Ort für die Firma, für die er damals tätig war, nach einer Ausbildung zum Mittleren Dienst bei der Post, dem Fachabi und einem Studium des Bauingenieurswesens. „Dieses Krankenhaus war wie ein eigener Stadtteil“, blickt er zurück, „mit drei Kliniken, 16 Hochhäusern mit Wohnungen und sonstiger Infrastruktur“. In dieser Zeit übernahm er irgendwann auch Arbeiten am Königspalast, baute Badezimmer um oder musste sich auch mal um einen neuen Teppich kümmern.

Zurück in Deutschland landete er schließlich 1989 bei der Stadt, beim Amt für Straßenbau und Erschließung. Nach Umstrukturierungen ist er seit Anfang der 2000er Jahre für den Baubezirk Nord/Nordost zuständig, hat 34 Mitarbeiter unter sich – und damit „ein Bomben-Team, auf das ich mich zu 100 Prozent verlassen kann“, wie er sagt.

Ans Aufhören denkt er daher auch noch nicht. Kürzlich hat er seinen Vertrag um einen Jahr verlängert. Zeit für seine Hobbys nimmt er sich trotzdem. Neben seiner Familie und seinem Hund liebt er vor allem Musik, und da besonders die Rolling Stones. So sehr, dass er seit 1969 auf jeder Tournee, die die Band nach Deutschland oder in die Nähe geführt hat, mindestens ein Konzert gesehen hat. 2013 auch in London. Dort, wo im Mai auch Eintracht Frankfurt gespielt hat. Eine weitere Leidenschaft von ihm, seit Kindesbeinen.

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