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Manege frei auf dem Festplatz

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Von: Anja Laud

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Hien Phuoc von „Moment of Love“, einem Strapaten-Duo aus Vietnam, und seine Partnerin Thi Hoa. Great Christmas Circus Frankfurt
Hien Phuoc von „Moment of Love“, einem Strapaten-Duo aus Vietnam, und seine Partnerin Thi Hoa. Great Christmas Circus Frankfurt © Circus Carl Busch

Der „Great Christmas Circus Frankfurt“ öffnet am 16. Dezember seine Türen bis zum 8. Januar. Zirkus-Legenden treten auf, manche zum letzten Mal.

Es nieselt, ein kalter Wind weht über den Festplatz am Ratsweg. Drei der vier Pellegrini Brothers – den vierten hat ein Schnupfen erwischt – tauschen in einem Wohnwagen ihre Winterkleidung gegen weiße, tief ausgeschnittene Anzüge. Als Sonnenstrahlen für einen Moment die Wolkendecke durchbrechen, posieren die italienischen Akrobaten der Spitzenklasse, Profis, die sie sind, in der Kälte für die draußen vor dem Zelt wartenden Presseleute. Die Pellegrinis sind „Legenden der Manege“. Genau dies ist das Motto des „Great Christmas Circus Frankfurt“, der von Freitag, 16. Dezember, bis Sonntag, 8. Januar, an der Eissporthalle sein großes Zirkuszelt öffnet.

„Wir haben einen richtigen Medaillenspiegel“, sagt Sven Rindfleisch, Pressesprecher des Great Christmas Circus Frankfurt“, wenig später in einem warmen Wohnwagen, über die Künstler:innen, die in dem auf dem Festplatz bereits aufgebauten Zirkuszelt auftreten werden.

Die vier Pellegrini Brüder gewannen 2008 für ihre Handstandakrobatik beim internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo den Goldenen Clown, den Oscar der Zirkuswelt. Der Komiker Andrey Jigalos, der anders als klassische Zirkusclowns ohne viel Schminke und große Gesten auskommt, wurde 2003 mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet. Die ungarische Reiterfamilie Donnert, die in der Manege Akrobatik auf galoppierenden Kaltblut-Pferden zeigt, erhielt den Bronzenen Clown. Neben diesen „Legenden der Manege“ treten weitere Künstler:innen der Spitzenklasse vor großem Publikum auf. Während im vergangenen Jahr die Zahl der Sitzplätze wegen der Corona-Pandemie auf 250 verringert werden musste, können sich etwa die Flying Martinis am fliegenden Trapez wieder vor 2000 Zuschauer:innen in die Lüfte schwingen. So vielen Menschen bietet das blauweiße Zirkuszelt Platz. Angst davor, während der Vorstellungen zu frieren, müsse niemand haben. „Wir heizen natürlich“, sagt Rindfleisch.

Trotz der hohen Energiekosten hat der „Great Christmas Circus Frankfurt“ seine Eintrittspreise nach seinen Angaben nicht erhöht. Erwachsene zahlen, je nach Kategorie, zwischen 15 und 38 Euro, Kinder zwischen 10 und 30 Euro. Um Energiekosten zu sparen, wird es von Montag, 19., bis Donnerstag, 22. Dezember, nur Nachmittagsvorstellungen geben, sagt der Pressesprecher. Ansonsten stehen täglich mit Ausnahme des Heiligabends zwei Vorstellungen auf dem Programm, jeweils am Nachmittag und am Abend.

Für die Vorstellung am Heiligabend um 14 Uhr hat der „Great Christmas Circus Frankfurt“ trotz der schwierigen Zeiten der Tafel Frankfurt wieder 200 Eintrittskarten gespendet, damit die gemeinnützige Organisation sie an bedürftige Familien weitergeben kann.

Die werden dann wie alle anderen Gäste auch staunen, wenn Hien Phuoc von „Moment of Love“, einem Strapaten-Duo aus Vietnam, seine Partnerin Thi Hoa im sogenannten „Zahnhang“, also ausschließlich mit der Kraft seiner Zähne, an Strapaten-Bändern in der Luft hält. Oder Claudia, gerade mal 13 Jahre alt und Sprössling einer traditionsreichen tschechischen Zirkusfamilie, über das Drahtseil läuft.

Für die Pellegrini Brothers enden die Auftritte in Frankfurt im Januar mit einer Zäsur. Ivan, der eine schwere Erkrankung überstanden hat, wird, wenn die letzte Vorstellung des „Great Christmas Circus Frankfurt“ am Sonntag, 8. Januar, beendet ist, nicht mehr auftreten. Wer die legendären Brüder noch einmal gemeinsam sehen will, sollte sich eine Eintrittskarte besorgen. Danach sind sie nur zu dritt.

Die Pellegrini-Brothers, auf unserem Bild fehlt einer, gehören zu den Akrobaten der Spitzenklasse. Rolf Oeser
Die Pellegrini-Brothers, auf unserem Bild fehlt einer, gehören zu den Akrobaten der Spitzenklasse. Rolf Oeser © Rolf Oeser

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