Kriminalität

Mainova in Frankfurt als Polizeihelfer

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Die Strom-Ableser warnen die Bürger vor Trickdiebstahl. Die Opfer sind vor allem ältere Menschen.

Im Kampf gegen Trickdiebstahl zum Nachteil älterer Menschen tritt jetzt die Mainova auf den Plan. Der Energieversorger will helfen, Senioren vor der Gefahr an der eigenen Haustür zu warnen. Ab dieser Woche sollen die Ableser der Mainova den Kunden Infomaterial zur Prävention von Trickdiebstahl und Betrug in die Hand drücken.

Die Initiative „Gemeinsam für mehr Sicherheit“ geht auf eine Idee vom Hauptkommissar Uwe Baier zurück. Der Leiter des 18. Polizeireviers in Bergen-Enkheim hatte sich überlegt, auf welchem Weg die Polizei mit ihren Präventionsmaßnahmen möglichst viele Menschen erreichen kann. Die ursprüngliche Idee, das Infomaterial mit den Abrechnungen per Post zu verschicken, wurde nicht verfolgt, soll nun aber von den Mitarbeitern selbst übernommen werden.

Mainova-Chef Constantin Alsheimer verdeutlichte bei der Präsentation der Kampagne in der vergangenen Woche, dass sein Unternehmen durchaus auch ein geschäftliches Interesse an der Kooperation hat: „Es geht darum, das Vertrauen in unsere Marke zu stärken.“ Denn immer öfter würden sich Trickbetrüger an der Haustür als vermeintliche Mainova-Mitarbeiter ausgeben. Andere würden sich am Telefon als Mitarbeiter des Konzerns ausgeben, um irgendwelche andere Sachen verkaufen zu können. Die Zahl der Fälle, in denen sich Betrüger des seriösen Namens der Mainova bedienten, habe sich verdoppelt, sagte Alsheimer und betonte: „Wir rufen niemanden an.“ Die Kommunikation der Mainova erfolge schriftlich per Post oder Mail.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich ein Betrüger in der Rohrbachstraße als Mainova-Mitarbeiter ausgegeben und einem älteren Ehepaar Schmuck und Geld im Wert von 10 000 Euro abgeluchst, berichtete Polizeipräsident Gerhard Bereswill und konstatiert: „Der Kreativität der Betrüger sind keine Grenzen gesetzt.“ Zudem gibt es in Frankfurt auch reichlich Kundschaft für Ganoven, die es auf ältere Menschen abgesehen haben. 161 000 Menschen in Frankfurt seien älter als 60 Jahre, so Bereswill.

Die Polizei unternimmt seit einigen Jahren große Anstrengungen, um Straftaten zum Nachteil älterer Menschen zu bekämpfen. Mit Erfolg. Während die Zahl der Trickbetrügereien von 2011 bis 2015 stark anstieg und zwischenzeitlich bei mehr als 1300 Fällen lag, ging sie im vergangenen Jahr auf 561 zurück. Um die Zahl der Delikte weiter einzudämmen, sollen nun auch die Frankfurter Mainova-Mitarbeiter mit ihren 600 000 Ablesevorgängen im Jahr helfen.

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