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Demo am Heizkraftwerk West: 2021 will die Mainova keinen Kohlestrom mehr einspeisen. 

Energieversorgung Frankfurt

Frankfurt: Mainova erzielt Rekordgewinn

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Der Frankfurter Energieversorger hat im Jahr seines 20-jährigen Bestehen den höchsten Gewinn seiner Geschichte erzielt. 

Der Frankfurter Energieversorger Mainova hat im vergangenen Jahr das beste Jahresergebnis seit seiner Gründung 1998 erzielt. Vorstandschef Constantin Alsheimer sprach von einer trotz hohem Wettbewerbsdruck sehr soliden Geschäftsentwicklung, wies etwa auf den erneuten Zuwachs bei der Zahl der Strom- und Gaskunden hin. Diese lag 2018 mit 714 000 etwa 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert. 1998 habe die Aktiengesellschaft, die zu 75,2 Prozent der Stadt Frankfurt gehört, noch lediglich 560 000 Kunden gehabt.

Das deutliche Plus beim bereinigten Jahresergebnis hat allerdings zu einem großen Teil mit dem stark gestiegenen Ergebnis im Bereich Beteiligung zu tun. Dort wuchs der Gewinn um 45,2 Millionen Euro auf nun 72,3 Millionen Euro an. Besser als zuletzt fuhr Mainova etwa mit der Beteiligung an der Gas-Union.

Das operative Geschäft entwickelte sich uneinheitlich. Im für das Gesamtergebnis sehr wichtigen Gasgeschäft verzeichnete der regionale Versorger einen Ergebnisrückgang um 29,5 Millionen Euro. Alsheimer erklärte diesen mit der milden Witterung, die zu einem Rückgang der Heiztage um zehn Prozent geführt habe, dem hohen Wettbewerbsdruck in diesem Bereich und dem gestiegenen Beschaffungsaufwand, den man nicht an die Kunden weitergegeben habe. Er wies aber darauf hin, dass die Gasversorgung mit einem Ergebnis von 51,8 Millionen Euro immer noch ein sehr starkes Segment bei Mainova sei.

Bei der Stromversorgung rutschte Mainova durch ein Minus von 10,8 Millionen Euro in die Verlustzone. Das habe etwa mit Sonderaufwendungen für Umlegungsarbeiten am Riederwaldtunnel zu tun gehabt. Im Bereich Erzeugung und Fernwärme verzeichnete Mainova dagegen ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr. Das erklärte Alsheimer zum einen mit gestiegenen Erlösen im stark ausgebauten Fernwärmegeschäft und im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung. Eine große Rolle spielte auch, dass der Versorger anders als in den Vorjahren auf die Bildung von Rückstellungen für die Gaskraftwerke Irsching und Bremen verzichtete, weil er deren Entwicklung nun optimistischer beurteilt.

Alsheimer lobte den geplanten Ausstieg aus der Braunkohlenutzung. Zur Zukunft des mit Steinkohle betriebenen Heizkraftwerks West im Gutleutviertel hieß es, man bereite eine Alternative vor. Bis 2021 würden Pläne zur künftigen Wärme- und Stromerzeugung in Frankfurt erarbeitet. Das Stadtparlament hat beschlossen, dass im Kraftwerk spätestens im Jahr 2030 nur noch umweltverträgliche Energieträger eingesetzt werden.

Sehr kritisch äußerte sich Alsheimer zu den Fusionsplänen von RWE und Eon. Man habe die EU-Kommission um eine kritische Prüfung gebeten, schließlich drohe die Fusion die Wettbewerbsstruktur völlig zu verzerren. Einen möglichen Erwerb der RWE-Tochter Süwag, die im Frankfurter Westen stark ist, schloss Alsheimer nicht aus. „Wir sind an regionalen Arrondierungen immer interessiert“, sagte er.

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