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Die Gartenstraße blieb laut Tomtom von längeren Fahrtzeiten seit der Mainkai-Sperrung verschont - auf anderen Straßen in Sachsenhausen nahmen die Fahrtzeiten demnach zu.

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Mainkai-Sperrung in Frankfurt: Koalition der Befürworter bröckelt

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Die CDU will den Verkehrsversuch in Frankfurt am liebsten sofort beenden, die Grünen setzen sich für den Umbau der Berliner Straße ein.

Schon seit Monaten kommen Gegner und Befürworter der Mainkai-Sperrung regelmäßig in die Fragestunden des Verkehrsausschusses im Römer und der Ortsbeiräte, die für Sachsenhausen und die Innenstadt zuständig sind – so auch am Dienstagabend, als der Ortsbeirat 1 in der Stadtbücherei in der Hasengasse tagte.

Politisch sind die Meinungen verhärtet. Verkehrdezernent Klaus Oesterling (SPD) beharrt darauf, den Abschluss der probeweisen Sperrung im August abzuwarten. Darauf hatten sich die Stadtverordneten im vergangenen Sommer mit großer Mehrheit verständigt – allerdings ist die Basis der Befürworter seitdem gebröckelt. Nur noch die SPD, Linke und „Die Fraktion“ standen zuletzt voll hinter der Sperrung.

Die Römer-Koalition ist sich indes nicht mehr einig. Zuletzt erneuerte Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Römer, die Idee, sowohl den Mainkai als auch die Berliner Straße fahrradfreundlich zu gestalten. Für die Berliner Straße können sich die Grünen eine Spurreduzierung und Radwege vorstellen, ebenso auf der nördlichen Mainuferstraße.

Umbaupläne für die Berliner Straße, mit zwei statt vier Spuren, mehr Querungsmöglichkeiten und Fahrradwegen hatten der frühere Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) und der frühere Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), heute Personaldezernent, schon kurz vor der Kommunalwahl 2016 vorgestellt. Die Simulation des Straßenverkehrsamtes zeigte damals, dass eine zweispurige Berliner Straße die Verkehrsmenge bewältigen könnte.

CDU will Verkehrsversuch sofort beenden

Doch dazu kam es nicht. Auf Wunsch der SPD im Römer wurde die probeweise Sperrung der nördlichen Mainuferstraße in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Politikkenner wissen, dass es sich um ein Lieblingsprojekt von Stadtrat Oesterling handelt. Mit seinem Wunsch setzte er sich gegenüber CDU und Grünen durch. Die Berliner Straße, die für Radfahrer immer noch keine sichere Infrastruktur bietet, blieb damit außen vor. Die CDU im Römer trug die probeweise Sperrung des Mainkais von August 2019 bis August 2020 anfangs mit. 

Mittlerweile hält sie den Verkehrsversuch für gescheitert. „Das Zwischenergebnis ist für uns so negativ, dass es nicht angemessen ist, den noch bis August dauernden Versuch fortzusetzen. Wir würden ihn sofort beenden“, sagte Martin Daum, der verkehrspolitische Sprecher der CDU im Römer. Die CDU schlägt vor, den Bereich vor dem Eisernen Steg mit einem neuen Belag zu versehen und fußgängerfreundlicher zu machen, pro Richtung nur eine Autofahrspur zuzulassen und Tempo 30 einzurichten. Die Grünen würden das mittragen, wenn gleichzeitig die Berliner Straße angegangen würde.

Der FDP im Römer, Teil der Opposition, geht das zu weit. „Die Berliner Straße ist eine Hauptverkehrsstraße, eine Einengung würde erhebliche Staus und Ausweichverkehr nach sich ziehen“, sagte Fraktionschefin Annette Rinn.

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