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Der Mainkai zu Corona-Zeiten.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Ende der Mainkai-Sperrung in Frankfurt in Sicht

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Eigentlich sollten die Stadtverordneten auf Grundlage von Verkehrszahlen entscheiden, ob sich die Mainkai-Sperrung negativ auswirkt oder nicht. Doch daraus wird nun nichts.

  • Auf der Grundlage von Verkehrszahlen sollte entschieden werden, ob sch die Mainkai-Sperrung in Frankfurt positiv oder negativ auswirkt
  • Wegen der Corona-Pandemie liefert die Zählung aber keine verlässlichen Zahlen
  • Nun wird über das weitere Vorgehen diskutiert

Frankfurt - Die Zählung zur Verlagerung des Verkehrs wegen der Mainkai-Sperrung wird kein verwertbares Ergebnis liefern. Wie Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagte, habe das Straßenverkehrsamt zwar am 17. März den Verkehr auf sieben Ausweichrouten rund um den Mainkai gezählt. „Das war allerdings in der ersten Woche der Corona-Maßnahmen, die damals schon voll griffen.“ Die Straßen waren leer, die Menschen arbeiteten größtenteils im Homeoffice. Ein belastbares Ergebnis sei nicht zustande gekommen. Die Zählung sollte eigentlich mit einer anderen Zählung aus dem März 2018 verglichen werden.

Die Stadtverordneten hätten sich auf dieser Grundlage im Verkehrsausschuss am 28. April ein Bild davon machen können, ob die Mainkai-Sperrung positiv oder negativ zu bewerten ist.

Mainkai Frankfurt: Sperrung seit Ende Juli 2019 

Der Mainkai ist seit Ende Juli 2019 probeweise für ein Jahr gesperrt. Die Sperrung endet nach Beschluss der Stadtverordneten nach dem Museumsuferfest Ende August. Am 1. September würde die Straße wieder für Autos freigegeben. Derzeit gibt es keine politische Mehrheit zur Fortsetzung des Verkehrsversuchs. In der Koalition hat sich die CDU für ein Ende derSperrung am Mainkai und die Reduzierung auf je eine Fahrspur pro Richtung mit Radweg ausgesprochen. Die Grünen im Römer fordern, am Mainkai und auf der Berliner Straße je eine Fahrspur für den motorisierten Individualverkehr zu sperren und als Radspur abzumarkieren.

Anwohner freuen sich derweil, dass durch die Sperrung des Mainkais Kinder endlich Platz zum Spielen im Ortsbezirk haben.

Die SPD-Fraktion spricht sich für eine Verlängerung der Mainufer-Sperrung bis Juni 2021 aus, um die Verkehrszählung wiederholen zu können. Über eine dauerhafte Sperrung solle nach der Kommunalwahl im März 2021 beschlossen werden, sagte Eugen Emmerling (SPD). Für Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) wäre es ein Desaster, wenn die Verkehrswende am Fehlen einer repräsentativen Verkehrszählung wegen des Corona-Shutdowns scheitern sollte.

Mainkai-Sperrung: Corona-Pandemie verhindert repräsentative Verkehrszählung

Aus der Opposition zeigte sich die BFF-Fraktion zufrieden, dass die Sperrung „grandios gescheitert“ sei. Der Flohmarkt soll wieder an das südliche Mainufer ziehen, sagte Fraktionschef Mathias Mund. Die Linke sieht die Mainkai-Sperrung als Baustein einer Verkehrswende. „Weniger Raum für Autos, mehr Platz für die Menschen auch nach der Corona-Krise. Das muss die Devise sein“, sagte Eyup Yilmaz (Linke).

In der Stadt ist die Belastung mit Stickstoffdioxid infolge der Corona-Krise gesunken. Auf der Friedberger Landstraße wurden 36,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Teilweise fiel die Belastung morgens auf fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – wie auf der Insel Norderney, sagte Oesterling. „Damit dürfte das Thema Fahrverbote für die Friedberger Landstraße vom Tisch sein.“ „Vor Gericht wird das nicht helfen“, entgegnete die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer (Grüne). Die Wirksamkeit der Maßnahmen müssten sich auch außerhalb der Krise unter Beweis stellen.

Die Sperrung des Mainkais in Frankfurt wirkt sich spürbar auf den Stadtteil Sachsenhausen aus.

Die Mainkai-Sperrung hat Oesterling noch nicht aufgegeben. „Ich werde für eine Wiederöffnung des Mainkais für Fußgänger und Radfahrer nach der Kommunalwahl 2021 kämpfen“, sagte er.

von Florian Leclerc

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