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Seit 1. September rollen wieder Autos über den Mainkai. Foto: Christoph Boeckheler

Frankfurt

Mainkai: Oesterling verbreitet Zuversicht

  • Christoph Manus
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Der Frankfurter Verkehrsdezernent hofft, dass der Mainkai wieder autofrei wird. Die Linke greift SPD und Grüne scharf an

Obwohl seit Dienstag wieder Autos auf dem Mainkai fahren dürfen und der 13-monatige Verkehrsversuch am nördlichen Mainufer beendet ist, verbreitet der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) Optimismus. „Die Idee des autofreien Mainkais wird sich am Ende durchsetzen“, sagte er am Dienstag. Dabei hatten SPD und Grüne im Römer bis zuletzt vergebens versucht, den Koalitionspartner CDU zumindest für eine Verlängerung der Sperrung zu gewinnen, waren aber auch davor zurückgeschreckt, sich dafür andere Mehrheiten zu suchen.

Oesterling hält den Versuch für einen Erfolg. Die Stadt habe die Machbarkeit einer Idee nachgewiesen, die schon in vielen europäischen Städten mit Erfolg umgesetzt worden sei, sagt er. Nach anfänglichem Zögern hätten Tausende von Frankfurtern den neuen urbanen Raum begeistert angenommen. Und das, obwohl es durch die Restriktionen des Stadtverordnetenbeschlusses nicht möglich gewesen sei, den Raum neu zu gestalten und das „dreispurige hässliche Asphaltband zu beseitigen und durch eine menschenfreundliche, mit Bäumen bestandene Grünfläche zu ersetzen“.

IHK lobt Öffnung

Die Linke im Römer sieht die Wiedereröffnung des Mainkais für den Autoverkehr als Sinnbild für ein „Politikversagen der schwarz-rot-grünen Stadtregierung“. Sie kritisiert, dass es im Römer eine Mehrheit für eine Verkehrs- und Klimawende gebe, ein dauerhaft autofreier Mainkai aber am Veto der CDU, Wahlkampftaktik der SPD und grünem Opportunismus scheitere. Die Initiative „Making Frankfurt“ will mit einer Petition erreichen, dass die Sperrung am nördlichen Mainufer für mindestens zwei Jahre verlängert wird.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt nennt das Ende des Verkehrsversuchs einen richtigen Schritt. Er habe schließlich zu unerwünschtem Ausweichverkehr in andere Stadtviertel geführt. „Die Mainkaisperrung war ein Versuch, aber offenbar als isoliertes Projekt zu kurz gedacht“, sagte IHK-Präsident Ulrich Caspar. Er forderte einmal mehr eine verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsstrategie.

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