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Main, Frankfurt: Stromanschluss für Hotelschiffe

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Von: Dennis Pfeifer-Goldmann

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Crossgates Amadeus Princess Hotelschiff an der Nizzawerft, Untermainkai.
Crossgates Amadeus Princess Hotelschiff an der Nizzawerft, Untermainkai. © Christoph Boeckheler

Kreuzfahrer am Main sollen nicht mehr ihre Dieselmotoren laufen lassen. Die Stadt Frankfurt prüft eine unterirdische Lösung.

Laut Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) sollen 15 Jahre nach den ersten Ideen vorbereitende Arbeiten für eine Landstromversorgung von Hotelschiffen in der Innenstadt beginnen. Die zentrale Entscheidung der Stadtverordneten steht zwar noch immer aus, doch nun ist offenbar entschieden, welche Lösung kommt. Details zu den vorbereitenden Arbeiten nennt Wüst nicht. Nötig seien diese aber „in Anbetracht des knappen Umsetzungszeitraums“.

Kein Wunder: Die Stadt hat im vorigen Oktober einen Förderbescheid des Landes über 934 000 Euro erhalten und muss das Projekt daher bis Ende kommenden Jahres fertigstellen, soll das Geld nicht verfallen.

Schon mehrfach seit 2007 hatten Grüne, BFF, Linke und Ortsbeiräte die Landstromversorgung am Main vorgeschlagen. Jährlich legen nämlich rund 380 Flusskreuzfahrt- und Hotelschiffe zwischen dem Eisernen Steg und der Friedensbrücke an. Sie müssen bislang für ihre eigene Energieversorgung während der Liegezeit ihre Dieselmotoren laufenlassen.

2018 gaben die Stadtverordneten eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, Ende 2019 wurden die Ergebnisse vorgestellt – allerdings nicht öffentlich. 2020 wurde Fördergeld beantragt und 2021 bewilligt. Doch weder die vorige Koalition aus CDU, SPD und Grünen noch das seit einem Jahr regierende Bündnis aus Grünen, SPD, FDP und Volt hat sich bislang für eine Lösung entscheiden können.

Denn: Die Stromanschlüsse unterirdisch zu bauen, sieht zwar gefälliger aus, ist aber erheblich teurer. Laut einer früheren Antwort von Stefanie Wüst bestehen Stadtplanung und Grünflächenamt auf der unterirdische Lösung. Sie gehören zu den Ressorts von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Zahlen, wie viel beide Varianten kosten, hat Wüst bisher nicht genannt.

Allerdings haben sich die beiden offenbar durchgesetzt. „Aus stadträumlichen und stadtgestalterischen Gründen wird derzeit die unterirdische Variante bevorzugt“, erklärt die Wirtschaftsdezernentin. Wüsts Begründung: „Der Magistrat entscheidet unter ganzheitlicher Betrachtung aller Belange – wie Denkmalschutz, Naturschutz, Hochwasserschutz, aber auch Ästhetik und Wirtschaftlichkeit – im Stadtraum.“

Inzwischen hat die CDU Anfang des Monats allerdings einen Antrag gestellt, die oberirdische, günstige Variante schnell umzusetzen. Wüst kündigt nun an, der Vorschlag des Magistrats für die Unterflurlösung sei „in Abstimmung und wird alsbaldmöglich auf den Weg gebracht“. Es sei eine Lösung, die „eine breite Zustimmung finden soll“. Der Zeitdruck ist enorm, schließlich muss vor allem das Stromnetz ausgebaut werden. „Die Hotelschiffe haben einen hohen Standard“, erklärt Wüst. „Dementsprechend ist der Strombedarf der Schiffe stark gestiegen.“ Gefordert werde eine Versorgung von 800 Ampere pro Schiff – das liege auf dem Niveau eines Hochhauses.

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