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Demonstrierende der revolutionären Demo am 1. Mai zündeten, wie hier auf der Mainzer Landstraße, immer wieder Pyrotechnik. Foto: Renate Hoyer
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Demonstrierende der revolutionären Demo am 1. Mai zündeten, wie hier auf der Mainzer Landstraße, immer wieder Pyrotechnik.

Gewalt

1. Mai in Frankfurt: Linksradikale Demo eskaliert

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Eine linksradikale Demonstration in Frankfurt unter dem Motto „Tag der Wut“ endet am 1. Mai mit Gewalt und Verletzten. Es gibt schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Bei einer „revolutionären“ Demonstration, zu der Linksradikale unter dem Motto „Tag der Wut“ mobilisiert hatten, ist es am Samstagabend in Frankfurt zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt, einige schwer. Die Polizei, die zwei Wasserwerfer einsetzte, nahm mehrere Menschen fest. Nicht nur linke Gruppen erhoben nach der Demo schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte.

Etwa 3500 bis 4000 Menschen waren von 18.45 Uhr an vom Opernplatz aus maskiert, aber mit wenig Abstand durch das Bahnhofsviertel ins Gallus gezogen, bevor die Situation vor dem dortigen Bürgerhaus endgültig eskalierte.

Rauchbomben und Böller schon während der Demonstration durch Frankfurt

Schon während der Demonstration, an der sich ein durchaus breites Spektrum an Gruppen, von Kommunist:innen mit Hammer- und Sichel-Flaggen bis zu „Fridays for Future“, beteiligte, waren Rauchbomben entzündet und Böller geworfen worden. Demonstrierende, von denen viele ganz in Schwarz waren und außer Maske auch Tuch, Mütze und Kapuzenjacke trugen, skandierten: „Erster Mai, Straße frei, nieder mit der Polizei“. Antikapitalistische Slogans waren auf Bannern zu lesen. Bei der Auftaktkundgebung hatten Rednerinnen und Redner zu einer Zerstörung des Kapitalismus aufgerufen. Es sei nicht möglich, das System zu reformieren oder zu zähmen, sagte eine Frau.

Die Polizei agierte zunächst relativ zurückhaltend und mahnte über Lautsprecher, die Auflagen einzuhalten und keine Pyrotechnik zu entzünden. Das änderte sich am Saalbau Gallus an der Ecke Frankenallee/Hufnagelstraße, wo die Abschlusskundgebung stattfinden sollte.

Frankfurter Polizei spricht von Flaschenwürfen gegen Einsatzkräfte

Dort begann die Polizei kurz nach 20 Uhr massiv gegen die Demonstrierenden vorzugehen. Sie begründete das am Abend mit Straftaten aus der Demonstration heraus. Auf Twitter sprach sie etwa von Flaschenwürfen gegen Einsatzkräfte und gezielten Stößen mit Fahnenstangen unter die Visiere. Es kam zu unübersichtlichen Auseinandersetzungen, bei denen Polizisten, wie auf Videos zu sehen, mit Schlagstöcken auf Demonstrant:innen einschlugen. Aus einem Demo-Lautsprecher schallte der Polizei entgegen: „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“ und: „Verpisst euch aus Frankfurt! Das ist unsere Stadt!“.

Auch nachdem die Polizei die Demonstration um kurz nach 20.30 Uhr wegen Straftaten für aufgelöst erklärt hatte, beruhigte sich die Situation zunächst nicht. Zwar verließen nach und nach immer mehr Menschen die Kundgebung in kleinen Gruppen Richtung S-Bahn-Station Galluswarte. An der Ecke Hufnagelstraße/Mainzer Landstraße setzte die Polizei allerdings noch einen Wasserwerfer gegen Demonstrant:innen ein, die diesen nach ihren Angaben blockiert hatten. Einen zweiten Wasserwerfer hatten die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt bereits am anderen Ende der Hufnagelstraße, auf der Frankenallee, aufgefahren.

Frankfurter Stadtverordneter Nico Wehnemann kritisiert Vorgehen der Polizei scharf

Das Bündnis, das zur Demo aufgerufen hatte, warf der Polizei am Sonntag einen „staatlich legitimierten Gewaltexzess“ vor. „Schlägertrupps der Polizei“ hätten die Demonstration gezielt angegriffen. Mehrere Menschen hätten dabei schwere Kopfverletzungen und Knochenbrüche erlitten. Das Bündnis spricht etwa von mehreren Schädelbasisbrüchen, auch von einem Herzinfarkt. Mehrere Festgenommene seien trotz Verletzungen nicht behandelt, sondern in Gefangenensammelstellen gebracht worden. Auch auf Twitter gab es am Sonntag heftige Kritik am Vorgehen der Polizei. „Das ist nicht nur komplett unverhältnismäßig, das ist Hass“, kommentierte der Frankfurter Stadtverordnete Nico Wehnemann (Die Partei) ein Video, in dem Polizist:innen mit Schlagstöcken gegen Demonstrierende vorgehen. Er will Polizeipräsident Gerhard Bereswill in die nächste Sitzung des städtischen Sicherheitsausschusses einladen lassen.

Die Polizei wollte sich am Sonntag nicht zu den Vorwürfen äußern. Sie nannte auf Anfrage nicht einmal die Anzahl der Festgenommenen und der Verletzten, sondern verwies auf eine Pressemitteilung, die am heutigen Montag erscheine. Der Einsatz müsse erst ausgewertet werden, sagte ein Sprecher. Am Samstagabend hatte die Polizei via Twitter mitgeteilt, zwei Menschen seien notärztlich versorgt worden. In beiden Fällen habe es keine Einwirkung von Einsatzkräften gegeben.

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