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Sehr unterschiedliche Gruppen folgten am Samstag dem Aufruf des DGB zur 1.-Mai-Demonstration in Frankfurt. Nach Gewerkschaftsangaben waren 4000 Menschen auf der Straße. Foto: Renate Hoyer
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Sehr unterschiedliche Gruppen folgten am Samstag dem Aufruf des DGB zur 1.-Mai-Demonstration in Frankfurt. Nach Gewerkschaftsangaben waren 4000 Menschen auf der Straße.

Gewerkschaften

1. Mai in Frankfurt: Für Solidarität in der Krise

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Mehrere Tausend Menschen sind bei der DGB-Demonstration zum 1. Mai durch die Frankfurter Innenstadt gezogen. Hessens DGB-Chef fordert einen Mindestbetrag für das Kurzarbeitergeld.

Auf dem Opernplatz ist es kurz nach 12 Uhr so voll, dass Philipp Jacks mehrmals zum Abstandhalten aufrufen muss. „Es ist grandios, wie viele Leute da sind, aber es wird hier zu eng“, sagt der Frankfurter DGB-Vorsitzende und weist darauf hin, dass sich die Abschlusskundgebung der 1.-Mai-Demonstration auch von der Grünanlage aus verfolgen lässt.

Etwa 4000 Menschen sind nach DGB-Schätzungen trotz der Pandemie dessen Aufruf gefolgt, am Tag der Arbeit in Frankfurt unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft – die Krise gerecht gestalten“ auf die Straße zu gehen. Die Polizei spricht von 3000 Teilnehmer:innen. Auch das wären aber noch viel mehr als erwartet. Jacks hatte Mitte der Woche angesichts der Pandemie noch lediglich mit 1000 bis 2000 Menschen gerechnet.

DGB warnt in Frankfurt vor einer tiefer werdenden sozialen Spaltung

Um die Corona-Regeln besser einhalten zu können, hatte der DGB die Route so geändert, dass die Demonstration, die diesmal an der Hauptwache begann, nur durch ausreichend breite Straßen führte, und die Kundgebung vom Römerberg an die Alte Oper verlegt. Das habe sich als richtig erwiesen, lobt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Der Römerberg wäre heute zu klein gewesen.“

Eindringlich warnen die Rednerinnen und Redner vor einer in der Corona-Krise noch tiefer werdenden sozialen Spaltung. Schon jetzt gebe es mehr als eine Million Langzeitarbeitslose in Deutschland, sagt Verónica Romanowski, Jugendsekretärin der IG Metall in Frankfurt. Und die Zahl könne noch deutlich steigen. Sie spricht von der Gefahr, dass immer mehr Menschen in die Armut abrutschten.

Hessens DGB-Chef äußert Kritik an Entlassungen bei der Lufthansa

Der hessische DGB-Vorsitzende Michael Rudolph fordert denn auch eine bessere soziale Absicherung. Er macht sich in seiner Rede etwa für ein Mindestkurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat stark und fordert die Abschaffung von 450-Euro-Jobs und von sachgrundlos befristeten Arbeitsverträgen. Schließlich seien gerade die prekär und befristet beschäftigten Menschen die ersten Opfer der Krise gewesen, sagt er auf der Opernplatz-Bühne.

Wenn die Politik Unternehmen stütze, müsse sie das an Beschäftigungsgarantien knüpfen, fordert Rudolph. Sonst laufe es wie bei der Lufthansa. Die Fluggesellschaft habe neun Milliarden Euro Finanzhilfe erhalten und kündige nun schon zum zweiten Mal an, Leute rauszuwerfen.

Tanja-Sabrina Henkel von der DGB-Jugend fordert, dass gerade die Beschäftigten im Gesundheitsbereich endlich nicht nur mehr Wertschätzung, sondern höhere Gehälter erhalten müssten, und dringt auf eine Abkehr vom Denken, Gesundheit als Ware zu betrachten. OB Feldmann warnt davor, in der Krise sparen zu wollen. Er appelliert dabei explizit auch an die mögliche neue Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt, nicht „die Säge anzusetzen“ und weiter zu investieren.

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