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Blumen für die Opfer in der Mörfelder Landstraße
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Blumen für die Opfer in der Mörfelder Landstraße

Verkehr

Mahnwache Frankfurt: Zeit für eine Verkehrswende

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Bei der Mahnwache für die zwei Opfer eines Rasers auf der Mörfelder Landstraße werden Forderungen nur leise geäußert. Autos sollen in Städten gedrosselt werden.

Während der Schweigeminute ist es sehr still. So still wie es eben sein kann, unmittelbar an der Verkehrsachse Mörfelder Landstraße, wo es am Donnerstag eine Mahnwache gab und am vergangenen Samstag zwei Menschen ihr Leben verloren. Auch nach der Schweigeminute ist es eine eher ruhige Mahnwache. Die etwa 100 Menschen, die gekommen sind, stehen in Zwiegesprächen zusammen, einige haben verweinte Augen, viele legen Rosen nieder im Gedenken an die beiden 31 und 40 Jahre alten Männer, die am Samstagnachmittag eine Fußgängerampel bei Grün überquerten und nicht damit rechnen konnten, dass ein 38-Jähriger aus Darmstadt an den ordnungsgemäß stehenden Fahrzeugen vorbei über die für Autofahrer:innen Rot zeigende Ampel rast.

Sophia Gneisenau-Kempfert, stellvertretende Ortsvorsteherin in Sachsenhausen und Initiatorin der Mahnwache, greift kurz zum Mikro und sagt ein paar einleitende Worte, ansonsten bleibt die eigens aufgestellte Lautsprecherbox stumm. Große Reden werden nicht geschwungen, keine Forderungen geäußert. Auch Heiko Nickel vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) hält sich zurück: „Wir wollen der Trauer Raum geben und das Unglück nicht instrumentalisieren.“

Forderungen aber hat der VCD Hessen nach dem jüngsten tödlichen Unfall schon aufgestellt und will dafür sogar eine Petition im Bundestag einreichen. PS-starke Neufahrzeuge sollen schon werksseitig für Innenstädte entschärft werden. Über die Elektronik des Autos und sogenanntes Geofencing sei dies möglich. „Niemand braucht in der Stadt 500 PS“, so Nickel.

Zudem müsse die Stadt endlich anfangen, die Verkehrsplanung von Radfahrer:innen und Fußgänger:innen zu denken und Gefahrenpunkte entschärfen. „Mit einem Kreisel hier vorne, wäre der Unfall nicht passiert“, sagt Nickel und deutet auf die Kreuzung Mörfelder Landstraße/Oppenheimer Landstraße. Eine solche Verkehrswende sei nicht von heute auf morgen möglich, aber es müsse ein Anfang gemacht werden. Städte wie Oslo oder Amsterdam seien da schon 20 Jahre weiter.

Gneisenau-Kempfert vom Ortsbeirat sieht in Sachsenhausen viele Gefahrenpunkte für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Neben der Mörfelder Landstraße seien das etwa der Otto-Hahn-Platz, das Mainufer und die Schweizer Straße. Gneisenau-Kempfert wünscht sich, dass alle Ampeln im Stadtgebiet überwacht werden, damit niemand mehr ungestraft bei Rot über die Ampel fahren kann. Wie schon beim tödlichen Unfall im November in der Oskar-von-Miller-Straße fordert die Lobby der Unmotorisierten erneut flächendeckend Tempo 30 in der Stadt. Doch auch Nickel räumt ein, dass dies gegen den Raser vom Samstag nicht geholfen hätte.

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