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Melinda performt ihren eigenen Song.

Demo in Frankfurt

Frauenpower zum Internationalen Mädchentag: „Wir wollen die gleichen Rechte wie die Jungs“

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Mit Regenschirm und Maske demonstrieren junge Frauen gegen Sexismus und Diskriminierung am Frankfurter Goetheplatz.

Frankfurt am Main - Mit Filzstift ist auf dem blauen Demo-Schild geschrieben: „Girls sind keine Objekte“, ein anderes Mädchen hält ein Schild mit: „Wir ziehen an, was wir wollen.“ Eine dritte hat auf ein Pappschild: „God is a Woman“ geschrieben. Sie tragen Maske und halten den notwendigen Abstand und die meisten halten einen Regenschirm hoch. „Wir schreien den Regen weg“, ruft Linda Kagerbauer, Referentin für Mädchenpolitik und Kultur in Frankfurt von der Bühne.

Internationaler Mädchentag für Mädchenpower, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung und Sexismus

Trotz Dauerregens und den steigenden Corona-Zahlen sind laut Polizei 60 junge Frauen und auch ein paar Männer auf den Goetheplatz zum internationalen Mädchentag gekommen: Für Mädchenpower, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung und Sexismus - auch noch im Jahr 2020. Offiziell wird der Mädchentag erst drei Tage später gefeiert. In Frankfurt haben die jungen Frauen unter der Federführung des Frankfurter Frauenreferats den Mädchentag organisiert. Es gibt Reden, Poetry Slam und der Gebärdenchor der IGS Nordend tritt auf. Drei junge Frauen performen eine coole Choreo zu Beyoncés Pop-Zeilen „Who runs the World? Girls“.

Frankfurt am Main: Sie benennen den Goetheplatz in Newroz-Duman-Platz um

Die 15-jährige Bouchra Ben Gharbia singt: „You don’t own me“ („Du besitzt mich nicht“). „Ich habe den Titel gewählt, um zu zeigen. Ich bin frei. Ich kann machen, was ich will.“ Das sei leider noch keine Selbstverständlichkeit für viele Frauen, sagt Johanna Stein (25), eine der Demonstrantinnen. Auf ihrem Schild steht: „Do something with your life that would make a white 1950’s man angry („Mach was aus deinem Leben, dass einen weißen Mann aus den 1950ern wütend machen würde“). Warum hat sie diesen Spruch gewählt? „Ich arbeite in einem Frauenhaus und da gibt es noch Frauen, deren Rechte noch wie in den 50er-Jahren sind. Also sie dürfen, weil ihre Männer es ihnen nicht erlauben, kein Auto fahren, noch eigene Verträge abschließen. Ich wünschte mir, dass es das nicht mehr gibt.“ Überhaupt sei sie hier, um für die Rechte von Mädchen und Frauen einzustehen.

Mädchentag in Frankfurt am Main: Mädchen wollen gleiche Rechte wie die Jungs

Ein Mädchen sagt auf der Bühne: „Mich nervt, dass wenn Jungs sich in der Bahn breit machen, wird das akzeptiert. Aber wenn wir Mädchen das tun, sind wir gleich respektlos.“ Eine andere Rednerin sagt, sie sei es leid, weil sie eben ein Mädchen sei und weil sie zudem eine andere Hautfarbe hätte, oft nicht ernst, nicht respektiert werde. Eine andere Rednerin ruft; „Wir wollen die gleichen Rechte wie die Jungs. Und ich kann es nicht leiden, wenn Jungs Sprüche wie ‚Ey Süße‘ mir hinterherrufen.. Don’t catcall me. Lasst euch niemals von Jungs einschüchtern. Seid laut.“ Später benennen sie den Goetheplatz für den Tag in Newroz-Duman-Platz um. Newroz Duman sei als Aktivistin und Teil der Initiative 19. Februar Hanau ein Vorbild. Und die meisten Straßen in Frankfurt seien immer noch nach Männern benannt,

Am Ende der zweistündigen Veranstaltung regnet es kräftig, doch Feminismus hält Regen aus. Alle singen den neuen Mädchensong „It’s time to speak up for the girls now.“ Ein kleines Mädchen hält ihren Pippi-Langstrumpf-Regenschirm hoch. (Von Kathrin Rosendorff)

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