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Vor wenigen Wochen hat die Gyoza Factory im Nordend eröffnet.  

Made in Frankfurt

Made in Frankfurt: Japanische Teigtaschen aus dem Nordend

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Die Gyoza Factory im Nordend produziert japanische Teigtaschen. In Japan nur gefüllt mit Schweinefleisch erhältlich, gibt es die Gyozas in Frankfurt auch in anderen Varianten.

Hinter der Glasscheibe dampft es: Die beiden Mitarbeiter Fran und Leith braten gerade mit ein paar Spritzern Sonnenblumenöl in Grills aus Japan, die ein bisschen aussehen wie Waffeleisen, die Gyozas scharf an. Gleich darauf schütten sie noch kochend heißes Wasser über die Gyozas und dann werden sie noch kurz gegart. „Gyozas sind gefüllte Teigtaschen und in Japan ein Traditionsessen wie in Frankfurt Grüne Soße mit Ei“, erzählt Heike Stark. Zusammen mit dem Gastronomen Ludovic Levoux hat die Ökonomin Mitte Januar die Gyoza Factory im Frankfurter Nordend eröffnet. Und zwar in der Glauburg-/ Ecke Spohrstraße.

„In Japan gibt es die Gyozas nur mit Schweinefleisch gefüllt. Wir aber bieten zudem auch welche mit Rind, vegane (Sojabohnen, Gemüse, Tofu) und welche mit Garnelen an.“ Acht Stück kosten 5,90 Euro, die mit Garnelen einen Euro mehr. Die Portion mit zwölf Stück kostet zwischen 8,50 und 9,90 Euro. Dazu gibt es eine hausgemachte Soße nach Wahl: Sweet Chili, Ponza (eine Sojasoße mit Grapefruit) oder Miso-Yuzu (japanische Paste mit Zitronenfrucht). „Und wir haben zudem eine Nachtisch-Variante mit einer Apfel-Birne-Füllung und Vanillesoße. Diese Rezeptur hat Ludovic entwickelt “, erzählt Stark. Die Fleisch-Rezeptur stammt hingegen von einem Sternekoch, dazu später mehr.

Der kleine Eck-Imbiss mit acht Plätzen produziert selbst und zwar gleich hier. Als Gast kann man sogar direkt durch eine große Fensterscheibe dabei zuschauen, wenn die Mitarbeiter im weißen Ganzkörperanzug mit Mundschutz und Haarnetz die Füllung in einen Trichter werfen.

Nordend perfekt für Imbiss

Die Maschine übernimmt die Befüllung der Teigtaschen und klappt sie auch so zusammen, dass die Füllung in der Teigtasche bleibt und hübsch aussieht. „Schon seit einem Jahr produzieren wir hier und beliefern Großhändler, Restaurants, Caterer und Hotels. Aber wir wollten eben auch noch einen Imbiss haben. Und das Nordend ist der perfekte Ort dafür“, sagt Heike Stark. Ein paar Kundinnen sitzen auf den Hockern und essen, andere ordern die Gyozas zum Mitnehmen. Im Sommer hofft Stark, auch den Bürgersteig draußen für die Gäste nutzen zu können.

„Bis zu 1000 Gyozas pro Stunde können wir produzieren“, sagt Stark. Bei Bestellungen für Großkunden seien es dann auch mal bis zu 8000 Stück am Tag. Der Teig selbst besteht ausschließlich aus Mehl und Wasser. „Wir verwenden auch bei den Füllungen bei den Gyozas keine Konservierungsstoffe. Alles ist frisch.“ Wie aber kamen sie überhaupt auf die Idee für eine Gyoza-Produktion in Frankfurt? „Der Cousin meines Geschäftspartners Ludovic Levoux hatte ein Zwei-Sterne-Restaurant in Paris. Dort arbeitete der japanische Chefkoch namens Sato. „An einem seiner Geburtstage hatte Sato die Idee, das Traditionsessen aus seiner Heimat für die Kollegen zuzubereiten. Mit seiner ganz eigenen Rezeptur.“ Das kam so gut an, dass sie 2009 nebenan eine Gyoza-Bar eröffneten. „Mit dem damaligen Sous-Chef des französischen Restaurants Mr. T entwickelten wir Rezepte für Frankfurt weiter.“

Gyozas in einer Miso-Suppe

Im Nordend es gibt zudem Gyozas in einer Miso-Suppe (6,50 Euro) oder auch als Bowl mit Reis, Asiasalat und Sesam (8,50 Euro). „Wir wollen ab März auch unseren Gästen anbieten, dass sie die Gyozas frisch in der Schachtel mitnehmen können“, sagt Heike Stark. „Denn man kann diese selbst Zuhause kurz in der Pfanne mit Öl scharf anbraten, dann kurz heißes Wasser drauf und fünf Minuten später kann man es dann essen.“

Nicht nur ihre direkten Nachbarn und jüngere Leute seien bereits Gyoza-Fans. Ein älterer Herr, der sonst immer schräg gegenüber in der Pizzeria Olbia sich mit seinen Freunden zum Herrenabend treffe, habe es kürzlich mit Gyozas versucht, erzählt Stark. „Es waren die ersten Gyozas seines Lebens. Nach dem Herrenabend rief er mich an und sagte: ‚Das war sehr lecker. Mal was anderes als immer Pizza. Wir kommen wieder.‘“

Gyoza Factory, Spohrstraße 17A, Telefon 069 97769674, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 12 bis 20.30 Uhr, Freitag und Samstag 12 bis 21.30 Uhr, www.gyozafactory.de

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