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Eine Frau durchforstet Immobilienanzeigen.
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Eine Frau durchforstet Immobilienanzeigen.

Mietpreisstopp

ABG macht einen Rekordgewinn

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Trotz der heftigen Diskussionen um einen Mietpreisstopp fährt die größte Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG einen Rekordüberschuss ein. Der Streit über die Ausschüttung an die Stadt geht weiter.

Eigentlich gibt es Unangenehmeres als das Geschäftsergebnis der ABG Frankfurt Holding vorzutragen. Der städtische Wohnungs- und Immobilienkonzern hat im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss erwirtschaftet, mehr als 68 Millionen Euro Gewinn gemacht – und für das laufende Jahr sieht es nicht schlechter aus. Er hat so kräftig wie seit vielen Jahren nicht in den Wohnungsbau investiert und ist finanziell in der Lage, bis 2019 mindestens 2,4 Milliarden Euro zu investieren. 6181 neue Wohnungen sollen entstehen, davon 37 Prozent gefördert.

Doch ABG-Geschäftsführer Frank Junker und Aufsichtsratschef Peter Feldmann (SPD) gelingt es am Donnerstag nicht glaubhaft, Lockerheit zu demonstrieren. Der in den vergangenen Tagen erneut entfachte Streit über einen Mietpreisstopp überlagert alles. Dass Oberbürgermeister Feldmann am Morgen in der Frankfurter Rundschau lesen konnte, wie Junker ihn gemeinsam mit Kämmerer Uwe Becker (CDU) öffentlich kritisiert, dürfte nicht zu einer Annäherung beigetragen haben.

Junker und Feldmann verzichten zwar darauf, sich vor der versammelten Presse zu streiten. Dass aber zum Abschluss eine Pressemappe verteilt wird, die bis auf ein einziges Blatt mit den Konzernkennzahlen leer ist, lässt durchaus vermuten, dass die Pressekonferenz ein Vorspiel gehabt haben dürfte. Die zu Bilanzpräsentationen üblichen Erläuterungen fehlen völlig, eine Pressemitteilung trudelt erst später per E-Mail ein.

Feldmann hatte zuvor seine Ansicht bekräftigt, dass der Gewinn, den die ABG erwirtschaftet, nicht an die Stadt ausgeschüttet werden, sondern für eine Mietendämpfung bis hin zu einem Mietpreisstopp verwendet werden sollte. Das sei nach seiner Einschätzung der Kassenlage der Stadt durchaus möglich.

Das vom Kämmerer im FR-Interview vorgebrachte Argument, die acht Millionen Euro Ausschüttung fehlten der Stadt dann für die Wohnbauförderung wies Feldmann auf eine Frage hin zurück. Die Ausschüttung sei nicht zweckgebunden. Mit nicht gebundenen Geldern könne man aber auch ein Schwimmbad sanieren. „Man sollte nicht vergessen, wo die Mittel herkommen, von den Mietern der Stadt“, so Feldmann.

Der OB betonte auf eine Frage hin, er strebe weiterhin nicht nur eine Entlastung der Mieter der ABG Frankfurt Holding, sondern auch der Nassauischen Heimstätte an. Dass er diese Forderung nie offiziell in den Aufsichtsrat eingebracht habe, wie das die Aufsichtsratsvorsitzende, Umweltministerin Priska Hinz (Grüne), jüngste sagte, sei nicht wahr.

Feldmanns erneut vorgetragenem Wunsch, die Quote des geförderten Wohnraums, den die ABG baut, auf 40 Prozent zu erhöhen, schloss sich Junker nicht an. Ob das möglich sei, hänge immer vom einzelnen Projekt ab, sagte er nur.

Junker wies darauf hin, dass vom hohen Überschuss der ABG nur etwa 20 Millionen Euro im Bereich Wohnen erwirtschaftet würden. Der Rest werde in anderen Unternehmensfeldern generiert. Etwa 20 Millionen Euro Gewinn mache man mit der Parkraumbewirtschaftung, 15 Millionen Euro im Bereich Gewerbeobjekte. Mehrere Millionen bringe zudem das Bauträgergeschäft.

Junker erinnert zudem einmal mehr warnend an Zeiten, in denen die ABG wirtschaftlich angeschlagen war und sich von Immobilien trennen musste. Nun investiere man so viel, wie vielleicht seit den 50er Jahren nicht.

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