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Glückwunsch, Mike Josef!

Römerbriefe

Frankfurt: Planungsdezernent Mike Josef ist wieder Vater geworden

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    Georg Leppert
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Mike Josef ist Vater eines Sohnes geworden. Herzlichen Glückwunsch. Aber in 14 Jahren wird es anstrengend. Die Kolumne aus dem Römer.

Göpfert: Mir fällt gerade auf: Wenn der Emanuil Abi macht, bist du 63 Jahre alt. Schon an die Rente gedacht?

Leppert: Und du bist dann 105.

Göpfert: Hey, das ist eine Unverschämtheit, du hast auch schon viele graue Haare, und den Halbmarathon bist du früher bedeutend schneller gelaufen.

Leppert: Sag mal, wollen wir uns jetzt streiten oder dem Planungsdezernenten gratulieren?

Ganz Frankfurt schiebt Frust. Ist aber auch schwer in diesen Tagen: Die Eintracht gewinnt nur 1:0 gegen Nürnberg, das Thermometer schafft gerade einmal läppische 19,5 Grad, und ganz bestimmt werden im Grüneburgpark nach der Abi-Feier am Donnerstag wieder zwei Flaschen Corona Extra inklusive Limette herumliegen. Schlimm, schlimm, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Doch inmitten dieser Tristesse erreicht uns diese Nachricht: Planungsdezernent Mike Josef (SPD) ist wieder Vater geworden. Emanuil heißt der Junge, am Montag um 11.49 Uhr kam er zur Welt, Mutter und Kind sind wohlauf, und der Vater kann auch schon wieder SMS schreiben. Alles bestens also. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch.

Aber wir wären nicht die Schreiber der Römerbriefe, wenn wir es dabei bewenden ließen. Wir sehen es als unsere zutiefst klugscheißerische Pflicht an, den Planungsdezernenten darauf hinzuweisen, dass das Leben mit Kindern auch anstrengend sein kann. Vor allem in der Pubertät. Da legen es die jungen Leute ja geradezu darauf an, ihre Eltern zur Weißglut zu bringen. Und wir reden hier nicht davon, dass sie zwischendurch mal Bayern-Fans werden. Schon das dürfte Josef schockieren. Aber in 14 Jahren könnte Emanuil noch ganz andere Geschütze auffahren…

Was passiert etwa, wenn der Junge mal den Lotto-Jackpot knackt? Von dem Geld kauft er womöglich Häuser in allen möglichen Stadtteilen, in denen Papa keine Milieuschutzsatzung durchsetzen konnte. Und dann wird luxussaniert und entmietet, bis Mike Josef daheim so laut wird wie zuletzt, als die CDU beim geplanten Stadtteil im Nordwesten rumeierte.

Oder der Junge will sich politisch engagieren. Super, denkt Mike Josef und legt ihm das Parteibuch der Sozis ins Kinderzimmer. Aber was liegt da schon auf dem Jugend-Schreibtisch? Der Aufnahmeantrag für die FDP in Steinbach. Und als Mentor bietet sich ein gewisser Dr. Stefan Naas an.

Natürlich könnte Emanuil auch mit der Initiative Heimatboden gegen besagten Stadtteil im Nordwesten kämpfen. Oder sich öffentlich für Studiengebühren aussprechen. Oder den Papa am Frühstückstisch fragen, wo jetzt eigentlich sein Freund XY wohnen soll, den die ABG gerade aus seiner Wohnung in der Platensiedlung geworfen hat, weil sein Onkel ein Dealer ist. So etwas ist alles möglich, damit muss Mike Josef rechnen.

Aber vielleicht kommt auch alles ganz anders. Der Junge bleibt immer brav, tritt in die Jusos ein und freundet sich mit der Tochter von Baudezernent Jan Schneider (CDU) an. Und in 30 Jahren schreiben wir an dieser Stelle über die kommunalpolitsche Hochzeit des Jahres.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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