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Mit oder ohne Luftreiniger im Klassenzimmer – gelüftet werden muss immer.
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Mit oder ohne Luftreiniger im Klassenzimmer – gelüftet werden muss immer.

Corona

Luftfilter für Frankfurter Schulen im Herbst

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Frankfurt will 2500 Schulräume mit mobilen Lüftern ausstatten. Das kostet die Stadt voraussichtlich 15 bis 20 Millionen Euro. Fördergelder gibt es dafür nicht.

In einigen Frankfurter Schulen stehen sie schon: mobile Luftreiniger. Allerdings bisher nur in Klassenzimmern, die schlecht gelüftet werden können. Nun sollen alle Grundschulen und Klassenräume der Jahrgänge 5 und 6 mobile Lüfter erhalten. Das hatte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) vor den Sommerferien für den Herbst angekündigt. Und früher wird es auch nicht. „Wir rechnen damit, Ende der Herbstferien die ersten aufstellen zu können“, sagt Rüdiger Niemann, Referent der Bildungsdezernentin.

Es hat lange Streit um den Einsatz von Luftfiltern an Schulen gegeben. Gewerkschaften und Eltern hatten immer wieder gefordert, dass Luftreiniger angeschafft werden, um erneute Schulschließungen zu vermeiden. Bildungsdezernentin Weber und Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) wiesen dagegen regelmäßig darauf hin, dass der Einsatz der Luftfilter weder empfohlen sei, noch das Lüften ersetzen könne. Mit Aufkommen der Delta-Variante bezeichneten sie den Einsatz mobiler Luftfilter im Juli dann aber als „vertretbar – trotz der fachlich kontroversen Diskussion“.

Derzeit wird die Ausschreibung für die Luftreiniger in der Stadt nun vorbereitet, sie soll spätestens in der nächsten Woche fertig sein. „Das ist keine profane Sache“, sagt Niemann. Denn es musste für jeden Raum die Quadratmeter- und Kubikmeterzahl erhoben werden. Damit die Lüfter die geeignete Leistung dort erbringen könnten. Dabei gilt: „Die Luft in einem Raum muss viermal pro Stunde umgeschlagen werden“, sagt Niemann. Das kann durch ein oder mehrere Geräte erreicht werden. Maximal dürften aber vier in einem Raum stehen, sagt Niemann.

2500 Schulräume für Kinder unter zwölf Jahren – für die es bisher keinen zugelassenen Impfstoff gibt – will die Stadt mit mobilen Geräten ausstatten. Das sind mehr, als noch vor den Sommerferien gedacht. Denn nun sollen nicht nur Klassenräume der Jahrgänge 1 bis 6 Luftfilter erhalten, sondern auch etwa Fachräume. „Ausgerechnet Fachräume nicht auszustatten, in denen sich unter Umständen sechs verschiedene Klassen am Tag die Klinke in die Hand geben, ist nicht sinnvoll“, sagte Niemann.

Da nun mehr Räume Luftreiniger erhalten, wird es auch für die Stadt teurer, als noch vor sechs Wochen gedacht. Weber schätzte damals die Kosten auf zehn Millionen Euro. „Wir rechnen jetzt mit 15 bis 20 Millionen Euro“, sagt Niemann. Fördergeld von Bund und Land erhält die Stadt dabei nicht. Denn das Fördergeld gibt es für Räume, in denen Lüften nur eingeschränkt möglich ist. In Frankfurt sind das mehr als 100 Räume, „sie haben alle bereits seit dem Frühjahr Luftreiniger“, sagte Niemann. „Jetzt geht es um Räume, die alle gut zu lüften sind.“

140 der 165 Frankfurter Schulen sollen nun Luftreinigungsgeräte erhalten. Dass es nicht genügend gibt, weil in Deutschland die Nachfrage groß ist, glaubt Niemann nicht. „Wir haben zahlreiche Anrufe und Mails von Firmen aus Deutschland und den Nachbarländern – die Geräte sind auf dem Markt oder in Produktion.“ Das würden auch die Erfahrungen anderer Kommunen zeigen.

Derzeit sind auch CO2-Ampeln für die Schulen ausgeschrieben, die den Kohlendioxidgehalt in der Luft messen und so ein Indikator für verbrauchte Luft sind. Spätestens wenn die Ampel auf Rot steht, ist Zeit fürs Lüften. Nicht jeder Klassenraum soll mit einem solchen Anzeiger ausgestattet werden. „Das Gesundheitsamt hat festgestellt: Wenn die Ampeln fest installiert sind, beachtet sie keiner mehr“, sagt Niemann. „Es braucht da offenbar den Neuigkeitseffekt.“ Deshalb sollen sich mehrere Klassen ein Gerät teilen und untereinander herumreichen, damit das Lüften nie vergessen wird.

Denn eines ist für diesen Herbst und Winter auch klar: Ob mit Luftreiniger im Klassenzimmer oder ohne – gelüftet werden muss in jedem Fall. Daran kommt niemand vorbei. „Die Luftfilter sind nur eine ergänzende Maßnahme“, sagt Niemann. „Regelmäßig gelüftet werden muss immer. Auch wenn es draußen kalt ist.“

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