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Friedlicher Protest mit aggressiven Formulierungen.
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Friedlicher Protest mit aggressiven Formulierungen.

Frankfurt

Luftbrücke aus Afghanistan

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Hunderte demonstrieren am Samstag in Frankfurt für schnelle und bedingungslose Hilfe.

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in der Innenstadt für Afghanistan demonstriert und Solidarität mit und die Aufnahme von durch die Machtübernahme der Taliban bedrohten Flüchtigen demonstriert.

Etwas mehr als 200 Demonstrant:innen sind am Samstag um 16 Uhr auf dem Paulsplatz zu einer Kundgebung mit dem Titel „Holt die Menschen raus!“ erschienen, die unter anderem von der Organisation „Seebrücke“ organisiert worden war. Wobei die Organisation sich den aktuellen Begebenheiten durchaus anzupassen weiß: Einige Demonstrant:innen haben Pappschilder dabei, auf denen „Luftbrücke“ zu lesen war.

Die Lage in Afghanistan ist nicht nur dramatisch, sondern auch komplex, was zu Dilemmata führen kann. „Kein weiteres Afghanistan – Bundeswehr raus aus Mali!“ fordert etwa ein Transparent, obwohl raus genau die Richtung ist, in welche sich die Bundeswehr derzeit in Afghanistan bewegt. Und auch Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl, hätte nach eigenen Angaben „nie gedacht, dass ich mir einmal wünsche, dass die US-Armee länger in einem Land bleibt“. Er setzt sich wie die anderen Redner dafür ein, dass den Bedrohten so schnell wie bedingungslos geholfen werden muss. Und nachhaltig. Wenn die Taliban die Flugverbindungen kappen würden, „dann ist das nicht das Ende, dann geht es weiter mit Evakuierungsflügen aus den Nachbarländern“.

Nun muss man nicht unbedingt die Überzeugung einer Rednerin teilen, die nicht Ruhe geben will, „bis alle Menschen in Frankfurt sind, die aus Afghanistan raus wollen“. Oder eine andere Rednerin verstehen, die zu bedenken gibt, dass vor allem „Flintas“ durch die Taliban bedroht seien – wobei „Flinta“ für „Frauen/Lesben/Inter/Nichtbinär/Trans/Agender“ steht. Aber die Meinung, dass den Menschen in Afghanistan dringend geholfen werden müsse, scheinen auch viele zu teilen, die sonst nicht so drinnen sind in der Materie: Der am Anfang etwas spärlich bevölkerte Paulsplatz füllt sich zusehends mit Spontanteilnehmer:innen. Was hier vor sich gehe, verlangt eine alte Dame von einem Demonstranten zu wissen. „Solidarität mit Menschen in Afghanistan“, antwortet der. „Ach ja, gut, das ist wichtig!“, gibt die Dame der Demo ihren Segen, zieht dann aber doch ihres Weges. Andere bleiben. Am Ende werden es knapp 500 sein.

Gegen 17 Uhr beginnt auf der Hauptwache eine weitere Kundgebung, diesmal unter dem Titel „Solidarität mit Afghanistan gegen Taliban“. Organisiert hätten diese, wie eine Rednerin auf der Paulsplatz-Demo zuvor erwähnt hatte, die „kurdischen Frauenräte“, denen sie hiermit solidarische Grüße ausrichte. Die Kundgebung beginnt mit einem eindrucksvollen Moment der relativen Stille, während der nur „Imagine“ von John Lennon läuft und alle zuhören. Dann beginnen auch hier die Reden. Ganz so viele Teilnehmer:innen wie am Paulsplatz werden es nicht, vielleicht knapp 300, aber bei beiden Demos, die völlig friedlich verlaufen, ist auch eine gewisse Schnittmenge bei den Teilnehmer:innen wahrzunehmen.

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