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Musikunterricht im Konzertsaal der Alten Oper: Dirigent Felix Koch und Verena Ziebarth.

Kinderkonzert

Das singende Klassenzimmer

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Musik zum Mitmachen: 2000 Grundschüler besuchen das Kinderkonzert der Alten Oper.

Freude, schöner Götterfunken“, erklingt es im Großen Saal der Alten Oper. Doch den Gesang zu Beethovens „Ode an die Freude“ übernehmen bei diesem Konzert nicht wie üblich die Solisten auf der Bühne, sondern die jungen Gäste im Publikum.

Rund 2000 Schüler der Frankfurter Grundschulen sind am Donnerstag zum Kinderkonzert „Sinfonik hautnah“ gekommen, das die Alte Oper in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium und Musikern des Mainzer Uni-Orchesters und der dortigen Hochschule für Musik jährlich veranstaltet. Das Anliegen ist es, Kindern klassische Musik näherzubringen.

Finanziert wird das Konzert von der Polytechnischen Gesellschaft, für Eintritt und Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittel zahlten die Schüler drei Euro. Im Musikunterricht hatten sie sich in den vergangenen Monaten auf den Vormittag in der Alten Oper vorbereitet, wo sie während der gesamten 50 Minuten am Geschehen beteiligt sind. Nur selten bleiben sie während der Aufführung ruhig sitzen. Mal imitieren sie den Dirigenten, mal tun sie so, als spielten sie Violine. Aber alles bleibt geordnet.

Auf der Bühne leitet Dirigent Felix Koch das Spektakel. Der Professor für Musikvermittlung an der Mainzer Gutenberg-Universität organisiert regelmäßig Konzerte für Schüler in Deutschland. Mit seiner Assistentin Verena Ziebarth, Grundschullehrerin an der Frankfurter Lineéschule, verwandelt er den Großen Saal in ein riesiges Klassenzimmer. Die Beteiligung der Kinder an dem Schülerkonzert ist für Koch die natürliche Art, die jungen Zuhörer an die klassische Musik heranzuführen.

„Musik weckt Emotionen und den Drang zur Bewegung ganz automatisch“, sagt der Musikpädagoge. „Die zu unterdrücken ist für mich der falsche Ansatz.“ Man müsse das Konzert an die Ansprüche der Altersgruppe anpassen und sich in die Welt der Schulkinder hineinversetzen.

Das gemeinsame Singen im Chor sei zwar eine Herausforderung, sagt Koch. „Aber es gehört zu meiner Philosophie der Musikvermittlung.“

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