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In „Monica and Friends – Bonds“ suchen Kinder nach einem Hund, bevor diesen ein Hundefänger erwischt.

Lucas-Filmfestival

Große Kunst für junge Filmfans

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
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Der Kartenvorverkauf für die Veranstaltung in Frankfurt und Wiesbaden hat begonnen. Wegen Corona gibt es erstmals auch Online-Angebote.

Im Kino des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums (DFF) flimmern Filmtrailer über die Leinwand. Da macht sich in „My Family and the Wolf“ ein Junge mit seinen Cousinen und Cousins auf die Suche nach einem Wolf, der die kranke Großmutter holen will. In „Our Lady of the Nile“ zeichnet der Streit zwischen Schulmädchen in einem katholischen Internat in Ruanda den späteren Völkermord vor. Beide Spielfilme sind bei Lucas, dem 43. Internationalen Festival für junge Filmfans, zu sehen, das von Donnerstag, 24. September, bis 1. Oktober, in Frankfurt und Wiesbaden und, bedingt durch die Corona-Pandemie, auch online gefeiert wird.

„Die Kinokultur darf aktuell nicht auf der Strecke bleiben“, sagt Julia Fleißig, Festivalleiterin von Lucas, einem Projekt des DFF, bei der Vorstellung des umfangreichen Festivalprogramms. Mehr als 40 kurze und lange internationale Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme werden bei dem 1975 gegründeten und damit ältesten Filmfestival für Kinder und Jugendliche im Alter von vier Jahren bis 18 plus ins Rennen um die Lucas-Preise in einem Gesamtwert von 21 000 Euro gehen. Neben den Wettbewerbsfilmen stehen weitere 16 Filme in Nebensektionen, etwa für die ganz Kleinen, und in Specials auf dem Programm. Alle Filme sind im Original mit deutschen oder englischen Untertiteln zu sehen. Festspielorte sind das Kino des DFF und die Caligari-Filmbühne in Wiesbaden. Wer wegen der Pandemie den Besuch der Lichtspielhäuser scheut, dem stehen weite Teile des Wettbewerbprogramms online per Video-on-Demand zur Verfügung.

Lucas 2020

Lucas, das internationale Festival für junge Filmfans, zeigt von 24. September bis 1. Oktober 59 Filme, darunter 33 Deutschlandpremieren. Festspielorte sind das Kino des Deutschen Filmmuseums, Schaumainkai 41, in Frankfurt sowie die Caligari Film-Bühne, Marktplatz 9, in Wiesbaden. Wegen Corona sind weite Teile des Wettbewerbprogramms während des Festivals auch online per Video-on-Demand verfügbar.

Der Kartenverkauf für die Vorstellungen in den Festival-Kinos hat begonnen. Klassen und Gruppen können sich bis 15. September anmelden unter lucas-info@dff.film oder 069/96 12 20-678. Der Vorverkauf für Video-on-Demand startet am 17. September.

„Filmkultur soll für alle zugänglich sein“, sagt DFF-Direktorin Ellen Harrington. Dank eines durchdachten und bewährten Hygienekonzepts könne man auch bei Lucas am originären Ort für den Film, im Kino, zusammenkommen. Das freut besonders Jan Philipp Jüttner, der Mitglied in der Jury für die Wettbewerbsfilme in der Kategorie für die Altersgruppe 13 plus ist. „Die Atmosphäre, das Publikum, die große Leinwand: Einen Film im Kino zu sehen, ist etwas ganz anderes als einen Film zu Hause zu sehen. Da geht mir im Kino schon mal ein Schütteln durch meinen Körper“, sagt der 15-jährige Frankfurter Schüler, der selbst schon Filme gedreht hat.

Bei Lucas haben Kinder und Jugendliche in den Jurys ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Verleihung der Filmpreise geht. Sie diskutieren mit Branchenprofis über die Beiträge in ihren jeweiligen Altersklassen, und auch das Publikum kann über seine Favoriten abstimmen, selbst wenn es die Filme nur online sieht. „Ich freue mich, dass es Lucas 2020 gelungen ist, einen Großteil der partizipativen Angebote zum ,Mitmischen’, für die das Festival wie kein anderes steht, deutschlandweit in den digitalen Raum zu erweitern“, sagt Adnan Shaikh (CDU), Bürgermeister der Stadt Eschborn, die ebenso wie die Stadt Frankfurt zu den Förderern des Festivals zählt.

Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hebt die Bedeutung von Lucas hervor. „Das Festival ermuntert junge Filmfans zu Entdeckungen jenseits des Gewohnten und vermittelt das Filmeschauen als grundlegende Kulturtechnik“, sagt sie und wünscht den jungen Filmfans „viele bereichernde Filmerlebnisse, im Kino und online“.

Wobei Lucas weit mehr als Filme zu bieten hat. Zum Programm gehören auch Gespräche mit Filmschaffenden. Zum Festivalauftakt am 24. September haben sich die Drehbuchautorinnen Anna Koch und Julia Lemke im DFF-Kino angesagt. Dort ist an diesem Tag ihr Film „Glitzer und Staub“ zu sehen, ein Dokumentarfilm, der von der Leidenschaft erzählt, die vier US-amerikanische Mädchen miteinander teilen: die wilde Welt des Rodeos.

Zu den Filmvorführungen bietet Lucas wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm an. Ein Überblick über alle Veranstaltungen findet sich unter www.lucas-filmfestival.de.

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