Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Claus Bley an seinem Arbeitsplatz in der Klinik. Bald kann er wieder joggen.
+
Claus Bley an seinem Arbeitsplatz in der Klinik. Bald kann er wieder joggen.

Corona-Virus

Long-Covid-Patient: Atemnot unter der Maske, hoher Puls und Herzmuskelentzündung

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Der Frankfurter Arzt Claus Bley ist an Corona erkrankt. Der Verlauf bleibt mild, aber Post-Covid-Symptome belasten ihn lange. Sechs Monate muss er sich schonen - damit hatte er Glück.

Frankfurt - Eigentlich, sagt Claus Bley, hat er keine keine gesundheitlichen Risikofaktoren, die ihn für eine Covid-Erkrankung prädisponieren. Ein wenig Übergewicht vielleicht. Aber er treibt Sport, ist mit 36 Jahren auch noch recht jung. Doch als Krankenhausarzt weiß er auch, wie unberechenbar Covid ist. „Ich habe milde Verläufe gesehen bis hin zu Patienten, die wochenlang beatmet werden mussten.“ Von daher war er zunächst erleichtert, als ihn in der zweiten Welle das Virus nur leicht erwischt zu haben schien. Eine trügerische Hoffnung, wie sich aber erst später zeigte.

Vielleicht hätte der Anästhesist seine Infektion noch nicht einmal bemerkt, wenn er nicht routinemäßig einen PCR-Test gemacht hätte. Als am 31. Oktober das Ergebnis vorlag, begab er sich sofort in Quarantäne. „Ich habe mir erst einmal keine Gedanken gemacht“, sagt der Frankfurter. „Mir ging es nicht schlecht, ich hatte auch keine klassischen Symptome.“ Nach 14 Tagen war das Virus schon nicht mehr nachweisbar. „Der PCR-Test war negativ.“

Frankfurter mit Post-Covid-Symptomen: Lange nach Corona-Inkfektion bekommt er Atemnot und hohen Puls

Bley arbeitet nicht nur als Ärztlicher Leiter der Notaufnahme im Frankfurter St. Elisabethen-Krankenhaus. Er ist als Notarzt auch in Frankfurt und Offenbach unterwegs. Bei einem solchen Einsatz fiel ihm erstmals auf, dass mit ihm etwas nicht stimmt: „Als ich im ersten Stock angekommen war, war ich so außer Puste, dass ich mich erst mal neben den Patienten setzen musste.“

Wenige Tage später dann die Situation vor einer Routineuntersuchung im Wartezimmer eines Hautarztes: „Ich habe keine Luft bekommen, hatte Druck auf der Brust.“ Ein bedrohliches Gefühl. „Ich habe mir die Maske runtergerissen, das war völlig absurd.“ Dann kam das dritte Erlebnis dieser Art und die Erkenntnis, dass er etwas unternehmen muss: „Ich saß vor dem Fernseher, der Film war nicht besonders aufregend und die Pulsuhr an meinem Handgelenk zeigte 120 Schläge pro Minute.“ Doppelt so viel wie normal. „Das kannte ich so nicht.“

Frankfurter Corona-Patient: Seine Post-Covid-Erkrankung löst eine Entzündung des Herzmuskels aus

Bley nahm Kontakt zu einem Kollegen auf, den es in der ersten Corona-Welle erwischt hatte. Der erzählte ihm, dass er mit ähnlichen Symptomen „von Lungenfacharzt zu Lungenfacharzt“ gepilgert sei. Hilfe habe er schließlich bei den Herzspezialisten der Frankfurter Uniklinik gefunden. Konkret: in der Abteilung für Experimentelle und Translationale Kardiovaskuläre Bildgebung, in einer Post-Covid-Studie. Das Team dort machte ein Herz-MRT und stellte fest, woran der 36-Jährige tatsächlich litt: an einer Herzmuskelentzündung und eine eine Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel. Ihre Empfehlung: sechs Monate auf Sport verzichten und körperliche Schonung.

Die sind jetzt vorbei. Demnächst steht der Check-up auf dem Terminkalender. Der Frankfurter ist optimistisch: „Bald kann ich meine sechs, sieben Kilometer wieder ohne Luftnot joggen.“ Die vergangenen Monate, sagt er, waren keine einfachen. Und er ist froh, dass die Expertise an der Uniklinik ihn vor Schlimmerem bewahrt hat. „Es wäre fatal gewesen, wenn ich weiter trainiert hätte.“ Covid, sagt er, sei selbst bei einem milden Verlauf nicht zu unterschätzen. „Schlimm wurde es bei mir erst hinterher.“ (Jutta Rippegather)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare