Kommerzielle Clubs wie das Gibson auf der Frankfurter Zeil sind erfolgreich mit ihrem Partykonzept.
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Kommerzielle Clubs wie das Gibson auf der Frankfurter Zeil sind erfolgreich mit ihrem Partykonzept.

Nachtleben

Die Party geht weiter

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Die Frankfurter Clubszene wandelt sich. Institutionen wie das Living XXL oder King Kamehameha sind Vergangenheit, erfolgreiche Treffpunkte wie das Gibson oder das Zoom treten an ihre Stelle.

Vom Clubsterben war dieses Jahr nicht mehr so oft die Rede, wenn es um Frankfurts Partyszene geht. Gefeiert wird weiter, auch wenn Institutionen wie das Living XXL oder King Kamehameha vergangenes Jahr die Türen schlossen. In letzterem residiert seit September der Club „Freiheit 2112“. Die wohl prominenteste Neueröffnung diesen Jahres.

Lange suchte Grundstückseigentümer Ardi Goldman nach einem geeigneten Nachmieter für die Räume in der Hanauer Landstraße. Mit dem neuen Besitzer Mark Rudloff aka DJ Mark Klak verstand er sich sofort. Es sollte die neue Anlaufstelle für elektronische Musik werden. Bei der Eröffnung hielt sich der Andrang in Grenzen.

Gemessen an ihrer Einwohnerzahl kann sich die Stadt über eine hohe Clubdichte freuen. Das Überangebot sorgte dafür, dass in jüngster Vergangenheit viele etablierte Szenetreffs schließen mussten. Mangelnder Umsatz oder ordnungspolitische Repressalien waren der Grund. In die Räume des Living am Willy-Brandt-Platz oder ins U60 unterm Roßmarkt ist nichts Neues eingezogen. Im Cocoon-Club von Sven Väth in Fechenheim weilt nun das Moon 13, wo so ziemlich alles gespielt wird.

Dafür werden andere langsam zu Institutionen. Kommerzielle Clubs wie das Gibson auf der Zeil sind erfolgreich mit ihrem Partykonzept. After Work-Partys aber auch Konzerte finden dort regelmäßig statt. Ähnliches macht auch das Zoom im früheren Sinkkasten – allerdings eine Spur alternativer.

Aber nicht alle haben Bock auf Kommerz. Die Partycrowd findet ihre Wege, sucht sich Off-Locations. Alte Büroräumen oder leerstehende Kneipen werden übergangsweise zu Bars und Dancefloors umfunktioniert. Der subkulturelle Treffpunkt Frida weilte vier Jahre lang in der Friedberger Landstraße. An Wochenenden kamen mitunter 300 Menschen zusammen. Kneipe, Bar, Club – der Verein Königreich wollte eine kulturelle Alternative bieten. Doch auch sie merkten, ganz ohne Kommerz geht es nicht. Dabei wollten sie nie professionell mit dem Nachtleben Geschäfte machen. So wurde im September die letzte Party gefeiert.

Im Dough House in der wiederbelebten alten Kneipe Gorjel Schwenker in Alt-Sachsenhausen gibt es nun Musik und Performances. Auf drei Stockwerken, zwischen Holzvertäfelung und Altar, legen DJs auf und Barkeeper schenken Gin Tonic aus. Die Veranstalter planen ein gastronomisches Angebot, Konzerte und Kulturveranstaltungen. Gemeinsam mit Samuel Weiffenbach von der Partyreihe Rockmarket bespielt Asaf Schwarz seit einem halben Jahr das Gebäude, das lange leer stand.

Im Ostend gibt es ebenfalls eine neue Partylocation. In den Brückenbögen der Honsellbrücke wird seit Oktober zu Technopartys getanzt. Die Veranstaltungsreihe Monophonia feiert in den denkmalgeschützten Gemäuern, die von der Lola Montez Familie bespielt werden.

Immer noch hip ist das Bahnhofsviertel. Das erkannte auch die New York Times und wählte Frankfurt auf Platz 12 von 52 „Places to go in 2014“. Vor allem wegen seiner Trendgastronomie. In der Bar Plank und dem Kochstudio Club Michel von Robert Johnson Gründer Ata Macias versammeln sich Nerdbrillen und Mützenträger. Im Walon Rosetti gibt es Essen und Drinks. Auf dem Dach des 25 Hours Hotel legt im Sommer ein DJ auf. Um die Ecke in der neuen Bar Pracht stehen sie ebenso drinnen und vor der Tür. Angesagt sind auch die abgeranzten Kneipen wie das Moseleck oder die Terminus Klause. Mal gucken, was das nächste Jahr bringt.

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