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Anita Djafari von Litprom präsentiert wieder viel Literatur.  

Literaturfestival

Literaturfestival in Frankfurt: Migration prägt die Bücher aus aller Welt

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Die Litprom-Literaturtage mit zehn Autoren finden Ende Januar statt und stehen unter dem Motto „Literaturen ohne festen Wohnsitz“.

Die neunte Ausgabe des Literaturfestivals Litprom, das am 24. und 25. Januar im Literaturhaus Frankfurt stattfindet, widmet sich dem Großthema Migration. Zehn Autorinnen und Autoren aus aller Welt haben Geschäftsführerin Anita Djafari und ihr Team nach Frankfurt eingeladen, darunter zwei Autorinnen und einen Autor aus dem diesjährigen Buchmesse-Gastland Kanada.

Die Frankfurter Buchmesse findet vom 14. bis 18. Oktober statt. „Kanada ist ein klassisches Einwanderungsland, das stark von der Sprachgrenze zwischen Englisch und Französisch und den vielen indigenen Sprachen geprägt ist“, sagte Buchmesse-Direktor Juergen Boos bei der Vorstellung der Litprom-Literaturtage.

Die Litprom-Literaturtage sind am Freitag, 24. Januar, und Samstag, 25. Januar im Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2. 


Karten für einzelne Lesungen und Workshops kosten acht / sechs Euro ermäßigt. Kombitickets für alle Veranstaltungen kosten 28 / 19 Euro ermäßigt. Im Vorverkauf sind nur Kombitickets verfügbar unter literaturhaus-frankfurt.de. Einzeltickets gibt es an der Kasse. Programm: litprom.de

Der Eintritt zum Film „Exil Deutschland - Abschied von der Türkei“ über den türkischen Journalisten Can Dündar ist frei. Die Vorführung von Arte ist am 25. Januar, von 16.30 bis 17.45 Uhr. fle

In Frankfurt lesen Ende Januar die kanadischen Autoren Rawi Hage, Sharon Bala und Carmen Aguirre. Sie seien durch ihre „Bindestrich-Biografien“ verbunden, was sich auch in ihrer Arbeit widerspiegele, sagte Anita Djafari. So sei Carmen Aguirre als Sechsjährige mit ihren Eltern vor der Pinochet-Diktatur aus Chile nach Vancouver geflohen. Sie beteiligte sich später am Widerstand gegen Pinochet und kehrte dann nach Kanada zurück. Sharon Bala wurde in Dubai geboren und lebt heute in Neufundland. Ihr Debüt „The Boat People“ erscheint in diesem Jahr in deutscher Übersetzung. Rawi Hage wuchs in Beirut und Zypern auf und zog wegen des libanesischen Bürgerkriegs nach New York. Heute lebt er in Montreal.

Die Autorinnen und Autoren bei den Literaturtagen seien fast durchgängig von ihrer Migrationserfahrung geprägt und verarbeiteten dies in ihren Arbeiten, sagte die Litprom-Geschäftsführerin.

Der Verein Litprom wurde 1980 unter anderem vom damaligen Buchmesse-Direktor gegründet, als „Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika“. Damals sei der Auftrag gewesen, sogenannte Dritte-Welt-Literatur zu fördern und zu vermitteln, sagte Djafari. Der Begriff der Dritte-Welt-Literatur sei heute allerdings problematisch, wegen der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Länder und der Migrationserfahrung zahlreicher Autoren aus diesen Ländern. „Die meiste Literatur, die uns erreicht, stammt von Autoren, die in der Diaspora leben“, sagte sie. Fern seines Geburtslandes lebt auch der Autor Eduardo Halfon, der in Guatemala-Stadt zur Welt kam, in den Vereinigten Staaten aufwuchs, später in seine Heimatstadt zurückkehrte und heute in Nebraska wohnt und auf Spanisch publiziert. Mehrere seiner Bücher wurden ins Deutsche übersetzt.

Die Lesungen und Workshops der Literaturtage finden teils auf Englisch, Spanisch, Französisch statt und werden simultan übersetzt. Themen der Werkstattgespräche sind unter anderem „Theater und Politik - die Bühne als idealer Ort, um anzukommen“, „Erfolgreiche Debütantinnen - und jetzt?“ und „Seine Muttersprache wählt man nicht, oder doch?“. Zur Eröffnung sprechen unter anderem Buchmesse-Direktor Boos, der kanadische Botschafter Stéphane Dion, Petra Drexler vom Auswärtigen Amt und Kulturdezernentin Ina Hartwig. Die Ausrichtung des Non-Profit-Festivals kostet nach Angaben des Veranstalters rund 50 000 Euro.

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