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Linke in Frankfurt beklagt sich über teure Wohnungen

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Von: Georg Leppert

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Die Mieten in der Adolf-Miersch-Siedlung werden steigen.
Die Mieten in der Adolf-Miersch-Siedlung werden steigen. © Andreas Arnold

Der Magistrat nennt Mietpreise in der Adolf-Miersch-Siedlung. Die Linke im Römer ist entsetzt.

Wer kann sich 13 Euro pro Quadratmeter leisten?“ Diese eher rhetorische Frage stellt die Linke im Römer und kritisiert, dass in der Adolf-Miersch-Siedlung in Niederrad überwiegend teurer Wohnraum entstehe.

Durch Nachverdichtung und Aufstockung der bestehenden Gebäude will die Nassauische Heimstätte in der Siedlung in einer erster Bauphase 81 neue Wohnungen schaffen, die meisten davon an der Melibocusstraße. Die Linke hatte beim Magistrat nachgefragt, wie hoch die Mieten sein werden. Von der Antwort zeigt sie sich erschreckt.

30 Prozent der neuen Wohnungen werden öffentlich gefördert. Diese Quote ist bei Neubauvorhaben ohnehin üblich. Für die anderen Wohnungen sind Mietpreise von 12,50 bis 13 Euro pro Quadratmeter vorgesehen. Ein Unding, findet Eyup Yilmaz, der planungspolitische Sprecher der Linken im Römer.

„Der Magistrat spricht ständig davon, dass der Bau neuer Wohnungen die Wohnungskrise in Frankfurt entschärfen könnte“, sagt Yilmaz. Mieten von bis zu 13 Euro pro Quadratmeter seien aber alles andere als erschwinglich.

Zwar sei die Nassauische Heimstätte Bauherrin in der Miersch-Siedlung. Dennoch stehe die Stadt Frankfurt in der Verantwortung, da sie mit knapp 30 Prozent an der Wohnungsbaugesellschaft beteiligt sei.

Langfristig drohe in der Miersch-Siedlung eine Verdrängung, sagt Yilmaz. Denn auch die Menschen, die dort bereits wohnen, dürften demnächst Probleme bekommen. Zum einen steige der Mietspiegel durch die Neubauwohnungen. Zum anderen werden die bestehenden Wohnungen derzeit modernisiert. Die Folge sind Mieterhöhungen um etwa zwei Euro pro Quadratmeter, wie die Nassauische Heimstätte im Gespräch mit Kommunalpolitiker:innen erklärt hatte.

Die Linke fordert deshalb einen Sozialplan, der die Mieterinnen und Mieter vor Erhöhungen schützen soll. „Dauerbaustelle, Lärm, Dreck, Stress und Mieterhöhungen sind Lebensrealität der Mieter:innen“, sagt Yilmaz. Es wäre angemessen, „dass Bestandsmieten durch Aufstockung sinken“. Stattdessen würden bestehende Wohnungen energetisch saniert, um die Miete zu erhöhen.

„Das Klimaschutzargument wird hier instrumentalisiert, um fette Gewinne zu erzielen“, kritisiert Eyup Yilmaz. Die Stadtverordneten schickten seinen Antrag zur Prüfung an den Magistrat weiter.

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