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Die Straßenverkehrsordnung kennen diese Radlerinnen und Radler ganz genau: ab 15 Personen ist nebeneinander erlaubt.
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Die Straßenverkehrsordnung kennen diese Radlerinnen und Radler ganz genau: ab 15 Personen ist nebeneinander erlaubt.

Critical Mass

Ein Lindwurm aus Zweirädern

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Radfahrer fahren als Gruppe durch die Innenstadt und treffen nicht nur auf Freunde.

Als sich am Sonntagnachmittag an der Alten Oper die ersten Räder in Bewegung setzen, bleiben einige Spaziergänger stehen und schauen erstaunt zu. Wie ein anschwellender Schwarm reihen sich immer mehr Radfahrer ein und kreisen um den Opernbrunnen. Dieses Ritual ist Startsignal für die „Critical Mass“, bei der sich in Frankfurt an jedem ersten Sonntag im Monat sowie am darauffolgenden Freitag, Radfahrer treffen, um gemeinsam durch die Stadt zu fahren und für einen fahrradfreundlicheren Straßenverkehr zu demonstrieren.

Gefahren wird auf der Straße und auch wenn an diesem recht kühlen Aprilsonntag nur 30 Radler zusammengekommen sind, haben sie damit die kritische Masse von 15 überschritten.

Damit dürfen sie gemäß Paragraf 27 der Straßenverkehrsordnung nebeneinander auf der Straße fahren sowie rote Ampeln dann noch überqueren, wenn die Vorderen aus der Gruppe diese bereits bei Grün gekreuzt hatten, damit der „Verband“ der Radler nicht abbricht. Sie werden sozusagen als ein Fahrzeug betrachtet.

Diese Regel kennen nur wenige. Deshalb kann es auch mal zu brenzligen Situationen kommen, an diesem Sonntag jedoch erstaunlich wenige mit aggressiven Autofahrern. Auf der Bockenheimer Landstraße zuckelt brav eine kurze Schlange von fünf bis sechs Autos hinter dem Tross her, der dann auf die Senckenberganlage abbiegt. An Kreuzungen scheren abwechselnd Einzelne aus der Gruppe aus und sichern die Strecke.

Offiziell gibt es bei der „Critical Mass“, die weltweit in vielen Städten existiert und erstmals 1992 in San Francisco stattgefunden haben soll, keine Veranstalter und keine geplante Route. Wer vorneweg fährt, bestimmt, wo es langgeht. Wenn nicht organisiert, dann doch wenigstens routiniert ist es, wie einige die zusammengewürfelte Gruppe durch den Verkehr schleusen. Zur Unterhaltung haben drei Teilnehmer Lautsprecherboxen auf ihren Velos montiert, aus denen Fetzen unterschiedlicher Rhythmen dröhnen. Passanten vor dem Senckenbergmuseum schauen verwundert, was da an ihnen vorüberrollt.

An der Messe kommt es zu einem kurzen Zwischenfall, weil Fußgänger ihr Recht auf grünes Ampellicht vehement einfordern wollen. „Viele kennen die Regel aus der Straßenverkehrsordnung eben nicht“, sagt Wolfgang Hepp, der im Liegerad mitfährt. Er sei seit einigen Jahren bei der „Mass“ dabei. Insbesondere in Frankfurt müsse noch viel für die Radfahrer getan werden, sagt Hepp. Deshalb engagiert er sich bei der Gruppe „Radentscheid“, die am kommenden Mittwochabend am Römer für ihr Bürgerbegehren werben will, das von der Grünen Jugend Frankfurt unterstützt wird. Darin fordern die Aktivisten acht Grundsatzpunkte, wie sichere Radwege, damit sich auch Kinder und Senioren auf die Straßen trauten, durchgehende innerstädtische Fahrradtrassen sowie mehr Sicherheit an Kreuzungen. Um 17.30 Uhr treffen sie sich an der Alten Oper und um 18 Uhr soll eine Kundgebung am Römer sein.

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