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Udo Lindenberg und das Panikorchester unter den Augen ehemaliger Kaiser im Römer.
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Udo Lindenberg und das Panikorchester unter den Augen ehemaliger Kaiser im Römer.

Udo Lindenberg

Udo Lindenberg in Frankfurt

  • Hannah Weiner
    VonHannah Weiner
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Ein Udo Lindenberg lässt sich nicht lumpen. Wenn der Mann, dessen Namen in Deutschland vermutlich so ziemlich jeder kennt, eingeladen wird, kommt er weder alleine noch sonderlich dezent. Sein ganzes zwölfköpfiges Panik-Orchester begleitete den Musiker direkt von der Echo-Verleihung in Berlin nach Frankfurt auf den Römer.

Denn ein Udo Lindenberg tritt natürlich auch nicht irgendwo auf, sondern im altehrwürdigen Kaisersaal des Rathauses. Und dort muss es natürlich zuallererst mal Eierlikör geben. Wer Lindenberg einlädt, so wie in diesem Fall der Hessische Rundfunk zur Hr1-live-lounge, nimmt in Kauf, dass es in der prunkvollen Lokalität mal so gar nicht staatstragend zugeht: An der Bar auf der Bühne schenkt eine Kellnerin am Freitagabend die gelbe Spirituose aus, Gäste kommen in Lederjacken und Udo selbst trägt Sonnenbrille und Hut, dabei schmaucht er Zigarre – er weiß nun mal, was Eindruck macht. Die rund 300 Fans im Kaisersaal sind mehr als angetan.

Holger Hahn hat sich einen Schal mit dem Namen seines Idols umgeworfen, auf seiner Gürtelschnalle prangt silber-glänzend in großen Lettern „Panik“. Seit 1979 ist der Frankfurter Lindenberg-Fan. „Mir gefällt die Musik, die deutschen Texte.“ Dafür habe er ungezählte Male die Wahlwiederholungstaste seines Telefons gedrückt, fügt er hinzu.

Denn die Karten für das Konzert mit Wohnzimmerflair konnten nur über den Radiosender gewonnen werden. 9000 Anfragen habe es gegeben, sagt Hr1-Mitarbeiter Hartmut Hoefer. „Das sprengt alle Dimensionen.“ Selbst für Peter Maffay, den bisherigen Rekordhalter, hätten nur 4500 Fans angerufen.

Nicole Schepp aus Hungen bei Gießen hatte auf den letzten Drücker Glück. „Zigmal habe ich es versucht“, erzählt sie. „Gestern Mittag kam dann endlich die Erlösung.“ Der Anruf, dass sie zwei Tickets gewonnen hat. „Dass er so ist, wie er ist, weil so ist ja sonst keiner“, das mag sie an ihm.

Und damit hat sie recht. Unter den schweren Kronleuchtern und Porträts früherer Kaiser macht sich im Römer die einmalige Lindenberg’sche Lässigkeit breit. Doch er kann auch anders. Für eine Schweigeminute zum Gedenken an die bei dem Flugzeugabsturz in Südfrankreich Verstorbenen und auch beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt nimmt er sogar kurz seine verdunkelte Brille ab und bedankt sich bei Oberbürgermeister Peter Feldmann für „diese Maßnahme“.

Dann widmet er sich aber seinen Fans, denn auch der Musiker weiß die „totale Intimität“ des Lounge-Konzerts zu schätzen: „Heute können wir gemeinsam intonieren und zwitschern“, kündigt er an und legt dann auch gleich los.

Anderthalb Stunden rockt Udo Lindenberg den Römer und reist mit dem Publikum durch die inzwischen 45 Jahre seiner Musikgeschichte. Mal sanft bei „Cello“, mal aufmüpfig bei „Sonderzug“, mal politisch bei „Bunte Republik Deutschland“ – immer jedoch ist er ganz entspannt. Wie im Goldenen Buch, wo er den Frankfurtern, neben einer kleinen Karikatur seiner selbst, etwas mit auf den Weg gibt. Dort steht: „Keine Panik, euer Udo.“

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