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Licht aus!

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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Die Fassade der Paulskirche bleibt dunkel. Doch das ist nur Symbolpolitik.
Die Fassade der Paulskirche bleibt dunkel. Wir haben noch andere Einsparvorschläge. © ROLF OESER

Frankfurt spart Energie. Wir haben dafür ein paar Ideen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus

Leppert: Ich dusche jetzt nur noch kalt.

Busch: Toll.

Leppert: Und die Spülmaschine läuft auch gut mit dem Programm, das nur 55 Minuten dauert.

Busch: Soll ich dich jetzt Energiespar-Weltmeister nennen?

So geht es nicht weiter. Wir verbrauchen viel zu viel Gas und Strom. So können wir jedenfalls nicht in den Herbst gehen. Und deshalb wird jetzt Energie gespart. In Privathaushalten und in der Stadtverwaltung.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist mal wieder mit gutem Beispiel voran gegangen. Als Hausherr von Römer und Paulskirche hat er verfügt, dass die Gebäude nachts nicht mehr beleuchtet werden. Eine gute Entscheidung. Von Unfällen wegen fehlender Beleuchtung ist uns jedenfalls nichts bekannt.

Das reicht aber noch nicht. Wir brauchen mehr kreative Ideen, wie Frankfurt Energie sparen kann. Unsere Politiker:innen haben sich ein paar Gedanken gemacht.

Peter Feldmann fordert, den Strafprozess gegen ihn, der im Oktober beginnen soll, auf Frühling 2023 zu verlegen. Dann muss der Gerichtssaal nicht geheizt werden. Dass der Bürgerentscheid über seine Abwahl dann nicht während des Prozesses abgehalten würde, ist ein Nebeneffekt, den der Oberbürgermeister begrüßt.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) übernimmt die Zuständigkeit für die Versorgung der Europäischen Schule. Die Raumtemperatur beträgt fortan zwölf Grad. Schüler:innen, die es wärmer haben wollen, müssen bezahlen: zwei Euro pro Grad und Stunde. Das Geld will das Dezernat für weitere Luftfilter verwenden.

Doch daraus wird nichts. Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) kassiert es sofort wieder ein. „Du weißt doch, Sylvia, Sparzwang“, sagt er lakonisch im Magistrat.

Sportdezernent Mike Josef (SPD) veröffentlicht ein Fitnessvideo. Mit Gymnastikball und motivierender Musik aus den 80er Jahren („Staying alive“). Dazu sollen sich die Mieter:innen bewegen, wenn sie im Winter in ihren arschkalten Wohnungen hocken.

Und Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP)? Die verschwendet keine Energie darauf, sich sicherheitspolitische Maßnahmen für das Bahnhofsviertel zu überlegen, die die Grünen in der Koalitionsrunde dann ablehnen.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe.

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