Liefert den Abschiedssound für die Künstlerinnen: Das Frankfurter DJ-Kollektiv GG Vybe.  
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Liefert den Abschiedssound für die Künstlerinnen: Das Frankfurter DJ-Kollektiv GG Vybe.

Kultur

Frankfurter Schirn: Letzte Party mit Lee Krasner

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Zwei Ausstellungen in der Frankfurter Schirn enden am Wochenende.

Zwei große Frauen und Künstlerinnen sind mit ihren Werken in den vergangenen Wochen in der Frankfurter Schirn vertreten gewesen: Lee Krasner (1908-1984), die als Pionierin des abstrakten Expressionismus in den USA gilt, und die Norwegerin Hannah Ryggen (1894–1970), die mit ihren monumentalen politischen Wandteppichen bildliche Angriffe auf Hitler, Franco und Mussolini inszenierte.

Die eine bewegte sich im New York der 1940er Jahre zwischen Künstlern wie Jackson Pollock, Mark Rothko und Barnett Newman und reflektierte ihre Praxis mit dem Anspruch, ihre Bildsprache stets neu zu erfinden. Die andere schuf von einem kleinen Bauernhof an der Westküste Norwegens aus ein politisch inspiriertes Werk und griff Themen des Menschseins und des Lebens in der Gesellschaft auf: die Gräueltaten des Krieges, Machtmissbrauch, die Abhängigkeit von der Natur und die Verbindungen zu Familie und Mitmenschen. Am kommenden Sonntag gehen nun beide Ausstellungen zu Ende. Deswegen gibt es am Samstag davor, am 11. Januar, wieder einen „Saturday before Closing“ mit einem besonderen Programm: Die Ausstellungen sind bis 24 Uhr geöffnet, musikalisch wird der Abend von dem DJ-Kollektiv GG Vybe gestaltet. Von 19 Uhr an legen die Frankfurterinnen im Foyer der Schirn Sets aus Hip-Hop, Future Beats, R’n’B, Italo Disco und House auf und sorgen bis Mitternacht für tanzbare Sounds.

Eher jazzig geht es dagegen in der großen Retrospektive zu, die die Kunsthalle der „Lee Krasner“ widmet – teils mit Werken, die erstmals in Deutschland zu sehen sind: Zwischen 20 und 22 Uhr gestaltet dort der Mannheimer Musiker Holger Nesweda verschiedene Jazz-Drum-Performances. In Reminiszenz an die New Yorker Jazz-Szene der 1930er-Jahre und angeregt von dem expressiven Farbauftrag der Künstlerin entwickelt Nesweda am Schlagzeug rhythmische Stücke, mit denen er die Energie und Wandlungsfähigkeit in Lee Krasners Werk einfangen möchte.

Und natürlich werden in beiden Ausstellungen wieder Late-Night-Führungen angeboten: Die Kuratorin Ilka Voermann erläutert um 22 Uhr Fakten und Hintergründe der Schau „Lee Krasner“. Um 23 Uhr führt die kuratorische Assistentin Johanna Laub ein allerletztes Mal durch die Ausstellung „Hannah Ryggen. Gewebte Manifeste“.  

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