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Viel Auswahl präsentiert die Kinderbuchmesse in der Alten Turnhalle im Grubweg.

26. Kalbacher Kinderbuchmesse

Lesen gegen die Langeweile

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Für die Kinderjury der Klapperschlange zählt nur eins: spannend muss es sein. Die jungen Leser verleihen den Literaturpreis "Kalbacher Klapperschlange" an den besten Kinderbuchautor.

Ob sie gerne liest, muss Jasmin, zehn Jahre alt, keiner fragen. 21 Bücher hat sie von Juni bis Oktober als Jurymitglied der 26. Kalbacher Kinderbuchmesse verschlungen und belegte den ersten Platz unter den Viellesern. Manche Bücher seien so spannend gewesen, dass sie nur einen Tag dafür brauchte, sagt das Mädchen mit dem blonden Pferdeschwanz. „Mit Lesen kann ich mich alleine beschäftigen, wenn mir langweilig ist“, erklärt sie.

150 Kinder aus Kalbach, Harheim und Riedberg haben seit Juni mehr als fünf Bücher aus der großen Auswahl der Buchempfehlungen gelesen, die der Kinderverein Kalbach jedes Jahr zur Kinderbuchmesse zusammenstellt. Damit gehörten sie zur Kinderjury, die auch immer den Literaturpreis „Kalbacher Klapperschlange“ an den beliebtesten Kinderbuchautor verleiht. Dieses Jahr hat das Buch „Laqua“ von Nina Blazon die besten Bewertungen erhalten. Die Autorin konnte den Preis zwar nicht persönlich in der Alten Turnhalle im Grubweg entgegennehmen, winke aber ihren Lesern zu, wie sie in einem Brief mitteilte.

Die Siegergeschichte spielt in Venedig, wo die beiden Kinder Kristina und Jan hinter das Rätsel dunkler Gondeln, gruseliger Schatten und verschwundener Geisterkinder kommen müssen. Jasmin findet das Buch klasse: „Es ist gut geschrieben und man kann sich leicht hineinversetzen.“
In den beiden anderen, altersspezifischen Siegerbüchern, die die Kinderjury gekürt hatte, geht es auch traurig zu. Etwa in „Flos Tierpension“ von Sarah Bosse, dem Siegerbuch der Altersgruppe 3. und 4. Klasse. An die Geschichte erinnert sich die achtjährige Tarja noch genau: „Eine Affenmutter hat zwei Babys geboren, aber nur eins angenommen und das andere ausgestoßen“. Tarja fand das Buch trotzdem gut, weil sie Tiere möge.

Im Siegerbuch der Altersklasse 7. bis 9. Klasse „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ des US-amerikanischen Autors John Green verlieben sich zwei Jugendliche, die beide an Krebs erkrankt sind. Die 15-jährige Mala Kopp hat das Buch sehr beeindruckt und zum Weinen gebracht. „Es nimmt auch eine unerwartete Wendung“, sagt sie, mehr verrät sie aber nicht.

Nach Rücksprache mit diversen Verlagen wählt der Kinderverein Kalbach zur Kinderbuchmesse die „gefühlt besten“ Neuerscheinungen aus der vorherigen Buchsaison aus, so Vereinsvorsitzender Thorsten Lieb. Zwei Tage lang präsentiert er sie dann nach Altersstufen und Themengebieten sortiert in der Kalbacher Turnhalle. Wer möchte, kann die Bücher, die die Buchhandlung Tatzelwurm im Nordend stellt, sofort kaufen. Zudem gibt es eine Bastelecke, einen Überraschungsfilm, eine Lesung mit einem prominenten Autor, ein Konzert und viel Platz zum Stöbern und Lesen.

Jakob, zehn Jahre alt, hat bereits 15 Bücher gelesen und gehört zu den „Heldenlesern“ wie sie Thorsten Lieb nennt. Auf die Frage, was für ihn ein gutes Buch ausmacht, überlegt er nicht lange: „Tiere müssen vorkommen. Und spannend muss es sein.“

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