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Vor dem Schultor soll der Schrank aufgestellt werden.

Nordend

Leselust wecken

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Vor der Comeniusschule im Frankfurter Nordend soll ein Bücherschrank speziell für Kinder aufgestellt werden. Dafür werden noch Bücherspenden gesucht.

Schranktür auf, gucken, Buch aussuchen und mitnehmen. So stellt sich Nicole Hirschberg den öffentlichen Bücherschrank vor den Toren der Comeniusschule an der Ecke Germania-/ Burgstraße vor. Den Standort hat die ehemalige Schulelternbeirätin der Grundschule im Nordend nicht grundlos gewählt. 

Die unmittelbare Nähe zur Einrichtung ist gewollt, denn der Bücherschrank soll speziell für Kinder aufgestellt werden. „Wenn Kinder bereitwillig ihre Bücher spenden, dann weckt das die Neugier und Leselust der Schüler“, sagt sie. Für Hirschberg soll der Kinderbücherschrank ein barrierefreies Lese-Angebot ohne Ausweis, Öffnungszeiten oder Mahngebühren liefern, „denn der Kauf eines Buches ist in vielen Haushalten nicht selbstverständlich“, sagt sie. Der Bücherschrank könne die sprachlichen und kulturellen Berührungsängste mit öffentlichen Institutionen mindern und Chancengleichheit fördern. 

Ihren Vorschlag stellte Hirschberg bereits im August 2017 dem zuständigen Ortsbeirat 3 vor. Dieser ist für die Aufstellung und Finanzierung der Bücherschränke im Stadtteil verantwortlich. Damals, erinnert sie sich, sei die Idee eines Kinderbüchschranks positiv aufgenommen worden. 
Es wurde aber darauf hingewiesen, dass es schon fünf öffentliche Bücherschränke im Nordend gebe und die Grundschule selbst eine eigene Bibliothek besäße. Außerdem ist die Zentrale Kinder- und Jugendbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt ganz in der Nähe.

Das größte Problem stellte jedoch die Finanzierung dar. Das Standardmodell, einschließlich der Herstellung des Fundaments, Anlieferung und Aufstellung, kostet rund 6850 Euro, wie das Amt für Straßenbau und Erschließung auf Anfrage der FR mitteilte. Es dürften zudem keine Geh-, Flucht- oder Fahrwege verbaut werden. Außerdem müsse vorher geprüft werden, ob unterirdische Leitungen an dem Standort verlaufen. 

Der Ortsbeirat 3 kann die Kosten nicht übernehmen. „Wir haben nur ein geringes Budget“, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder. Rund 26 000 Euro stehen dem Ortsbeirat im Jahr zur Verfügung. Sie halte den Kinderbücherschrank zwar für eine attraktive Idee, „eine Zusage können wir jedoch nicht geben“, sagt Guder, „wir warten weiterhin auf einen Finanzierungsvorschlag von Frau Hirschberg“. 

Hirschberg hatte dem Ortsbeirat vorgeschlagen, den Bücherschrank durch Spenden von Unternehmen finanzieren zu lassen. Doch die Suche nach einem geeigneten Spender gestaltete sich schwierig. „Anfangs dachte ich, die Finanzierung wäre für viele Unternehmen kein Problem“, sagt Hirschberg. Es habe sich jedoch gezeigt, dass entweder die Summe zu hoch oder das Interesse an einer Beteiligung eines städtischen Projekts zu gering gewesen sei. Wegen beruflicher und privater Verpflichtungen sei sie nur einigen Möglichkeiten nachgegangen und habe die Suche in den anderthalb Jahren nicht hartnäckig verfolgt. Von ihrer Idee ist sie aber weiterhin überzeugt. 

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