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Eine Woche lang können sich die IGS-Schüler in der Zeltstadt auf dem Pausenhof über Flucht und Flüchtlinge informieren.
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Eine Woche lang können sich die IGS-Schüler in der Zeltstadt auf dem Pausenhof über Flucht und Flüchtlinge informieren.

IGS Nordend

Lernen im Flüchtlingscamp

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Im Zuge einer Aktionswoche beschäftigen sich Schüler der Integrierten Gesamtschule Nordend mit den Themen Flucht und Flüchtlinge. Auf dem Schulgelände an der Hartmann-Ibach-Straße haben die Schüler eine Zeltstadt gebaut.

Es geht um Drogenbanden. Um Kinder und Jugendliche, die von diesen Banden bedroht werden und die keiner beschützt. Und die sich dann auf den Weg machen: von Guatemala, El Salvador, Honduras, Mexiko in die USA. Allein. „Weil sie sonst vielleicht den nächsten Tag nicht überleben würden“, sagt Ramona Lenz von der Hilfsorganisation „Medico“. Und die Schüler in dem Zelt auf dem Hof der IGS Nordend sind zum Teil erschrocken. „Ich bin erschüttert, dass den Kindern in den Ländern so wenig geholfen wird“, sagt die 13-jährige Maja.

In der IGS Nordend läuft derzeit eine Aktionswoche zum Thema Flucht und Flüchtlinge. Eine Zeltstadt haben Schüler auf ihrem Gelände an der Hartmann-Ibach-Straße aufgebaut. Es sind Zelte, wie sie auch als Flüchtlingsunterkünfte dienen. „Da kann jeder mal das Gefühl bekommen, wie es in so einem Flüchtlingszelt ist“, sagt Lehrer Florian Neukirchen. Denn dort verbrächten die Menschen Wochen, Monate, Jahre. „Und man stellt schnell fest: Es ist ziemlich klein.“

Seit Anfang des Jahres hat sich Neukirchens achtköpfige AG mit dem Thema Flüchtlinge auseinandergesetzt und die Aktionswoche geplant. „Uns hat sehr betroffen gemacht, dass immer mehr Boote im Mittelmeer sinken“, sagt die zwölfjährige Anaïs. „Da hat Herr Neukirchen die Aktionswoche vorgeschlagen.“ Und dann legten sich alle ins Zeug und planten und organisierten.

„Krass und sehr berührend“

Es gibt nun eine Campküche, die mittags etwa syrisches Essen anbietet. 23 Workshops, in denen Initiativen und Organisationen wie „Teachers on the Road“ und „Medico“ mit den Kindern Vorurteile bearbeiten, Fakten ergründen – und in denen sie Menschen treffen, die von ihrer Flucht berichten. „Die Kinder sind ergriffen, wenn Flüchtlinge aus den Aufnahmelagern erzählen“, sagt Neukirchen. „Dass es sich dort nicht wie wohnen, sondern eher wie gefangen sein anfühlt.“

Auch das Kollegium griff das Thema auf. „Fast alle haben irgendwo im Unterricht dafür Raum gefunden“, sagt Neukirchen. Von Organisationen sei man mit Unterrichtsmaterialien versorgt worden. Beim Spendenlauf der Schule vor Ostern sammelten die 600 Schüler bereits mehrere Tausend Euro für die Initiative „Teachers on the Road“. „So haben die Schüler sich schon vor der Aktionswoche mit dem Thema auseinandergesetzt.“

Maja findet es gut, dass sich ihre Schule so intensiv mit Flüchtlingen befasst. „Krass und sehr berührend“ sei der Workshop über Jugendliche auf der Flucht durch Mexiko gewesen. Filme und Fotos wurden gezeigt, Tonaufnahmen mit Berichten von Flüchtlingen abgespielt. Von Migranten-Herbergen erzählt, in denen wunde Füße verarztet werden. „Es ist hart, was Menschen durchmachen, um ein besseres Leben zu haben“, sagt Maja. Und wie sie ein klein wenig helfen kann, weiß sie auch: Die Schülervertretung hat Armbändchen mit der Aufschrift „IGS Nordend, Refugees welcome“ hergestellt. „Die kann man für einen Euro kaufen und das Geld wird an eine Flüchtlingsorganisation gespendet.“

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